Bedeutung des Spielerschutzes 

Spielerschutz in Unternehmenspolitik und Unternehmenskultur 

Wir sind ein familientraditionelles Aufstellunternehmen mit über 60-jähriger Erfahrung am Markt und sehen uns als Firma des bürgerlichen Mittelstandes. Als solches Unternehmen sind wir je-derzeit bereit, die gesetzlichen Vorgaben nicht nur rechtlich, sondern auch ethisch umzusetzen und – soweit noch nicht geschehen – zum Teil unserer Unternehmenspolitik und Unternehmens-kultur zu machen. Hierzu verpflichten wir uns nicht nur qua Gesetz, sondern auch aufgrund des erkannten und bestehenden Auftrages aus der Würde und dem Schutz unserer Spielgäste und Kunden, dem wir hiermit vollauf nachkommen wollen. Auf übergeordneter Ebene hatten wir uns dabei unter den Unternehmen Pratsch Automaten GmbH, Marabu GmbH, Happy Play GmbH und der CasYno GmbH – allesamt mit Freiburger Sitz – zusammengetan, um gemeinsam an der Erstellung dieses Sozialkonzeptes mitzuwirken, da alle drei Firmen von Mitgliedern derselben Familie Bolanz aus Freiburg geführt werden. Dies konnte Anfang 2014 endlich mit Erfolg reali-siert werden. Insofern gilt es für die Beteiligten vorliegend weiterhin, das soziale Konzept unter einem generationellen Blickwinkel zu betrachten und zu erweitern. 

Zielgruppe unseres Angebots sind freizeitorientierte Gäste, die in der Lage sind, Gewinnchancen wie Verlustrisiken realitätsangemessen einzuschätzen. Dieses Geldspielen unter klaren gesetzli-chen Rahmenbedingungen stellt ein Freizeitangebot dar, das von der überwiegenden Mehrheit der Kundinnen und Kunden in den von uns betriebenen Lokalitäten selbstverantwortlich und selbstbestimmt genutzt wird. 

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So kann ich hier was reinschreiben.

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Wir sehen uns insoweit als Teil jenes Glücksspielgewerbes, das auch nach Auffassung des der-zeitigen Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts, Prof. Dr. Andreas Voßkuhle, „den Mantel des Unseriösen längst abgelegt“ hat und „zum festen Bestandteil des bundesrepublikanischen Alltags“ gehört – zumal, so Voßkuhle weiter, ohne die Einnahmen aus dem Glückspiel in Zeiten leerer Haushaltskassen „in weiten Bereichen die finanzielle Förderung von Gemeinwohlinteres-sen entfiele“.1 

1 Voßkuhle, Rechtliche Rahmenbedingungen des Glücksspiels, in: Becker (Hrsg.), Schriftenreihe zur Glücksspielforschung Bd. 1, S. 52. 

Gleichwohl sind wir uns darüber bewusst, dass die angebotenen Unterhaltungsformen ein Risiko enthalten, das zu problematischen oder sogar pathologischen Ausformungen im Spielverhalten führen kann. Deshalb nimmt der Jugend- und Spielerschutz in unserem Unternehmen seit vielen Jahren eine zentrale Bedeutung ein: Die damit einhergehende soziale Verantwortung nehmen wir mit z. T. deutlich über das branchenübliche Maß hinausgehenden Standards wahr (im Ju-gendschutz beispielsweise durch eine Zutrittserlaubnis ab 21 Jahren, siehe dazu unter Kap. 1.3 auf Seite 17). Sozialkonzept | Seite 14 

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Das Spiel an sich ist „ein herausragendes Beispiel für die Epochen übergreifende Kontinuität kultureller Errungenschaften in der Geschichte“2. Der niederländische Kulturhistoriker Johan Hui-zinga führt den Ursprung der menschlichen Kultur auf das Spiel zurück, da es durch das Element des freien Handelns gekennzeichnet sei3. Glücksspiele lassen den Alltag vergessen und sind für Menschen – gleich ob jung oder alt – eine Quelle der Lebensfreude. Dies erklärt auch die histo-risch tiefe Verankerung des Glücksspiels: Die ersten Glücksspiele sind bereits in der Kultur der Ägypter nachweisbar – in Ägypten wurden Elfenbeinwürfel gefunden, die auf das Jahr 1573 v. Chr. datiert werden konnten4. Und so setzt sich das Glücksspiel auch in der griechischen und römischen Antike immer noch in der Hauptform des Würfelspiels fort5, bevor im Mittelalter das Kartenspiel zu einer ersten und anhaltenden Blüte gelangt6. In jüngerer Vergangenheit wurden dann neue Spielformen wie Roulette und Lotterie bis hin zu Automatenspielen und Internetkasi-nos entwickelt. Eine ebenso lange Tradition wie das Glücksspiel selbst hat aber auch die Kritik daran: Das Spielen um materiellen Gewinn wurde bereits in der griechischen Antike kritisch ge-sehen und auf eine Stufe mit übermäßigem Alkoholkonsum gestellt7. Und so wird in allen Epo-chen nicht nur über die Freuden, sondern auch über die Gefahren des Glückspiels und über da-mit einhergehende Begrenzungen durch gesellschaftliche Institutionen wie Kirche und Staat be-richtet8. 

2 Meier, Frank (2010). Der Teufel schuf das Würfelspiel Brett und Glücksspiele im Mittelalter, S. 77 

3 Vgl. Ebd. 

4 Vgl. Meyer, Gerhard & Bachmann, Meinholf (2011). Spielsucht. Ursachen, Therapie und Prävention von glücksspielbezoge-nem Suchtverhalten, S. 8. 

5 Vgl. Kuhn, Lisa (2014). Das Spiel mit dem Glück. Zur Konsumpsychologie auf dem staatlichen Glücksspielmarkt, S. 3. 

6 Vgl. Kuhn, Lisa, a.a.O., S. 4. 

7 Vgl. Kuhn, Lisa, a.a.O., S. 3. 

8 Vgl. ebd. 

In gewissermaßen zeitloser Hinsicht kann demnach konstatiert werden, dass das Glücksspiel dann zum Problem wird, wenn sich aus der Freude am Spiel eine Spielsucht entwickelt. Zu-nächst nur für den Betroffenen selbst, aber natürlich auch für die Gesellschaft, welche von den Folgen der Spielsucht direkt wie indirekt betroffen ist. Häufig führt der erste Weg dann zum Hausarzt, welcher im Idealfall Ansprechpartner für viele medizinische, aber auch für soziale Probleme sein kann. Die verschiedenen Komorbiditäten der Spielsucht sind in der Suchtfor-schung erläutert und benannt (Depressionen, Alkoholsucht etc.). Hilfesuchende Patienten spre-chen das Problem nicht immer von sich aus an. Zum einen, weil es (noch) keine Einsicht in das Problem gibt, zum anderen aus Schamgefühl. Der Hausarzt kann demnach insbesondere im Bereich der Sekundärprävention der Spielsucht ansetzen. Das bedeutet zunächst einmal, das Problem des Patienten zu erkennen, um es dann zu behandeln. Häufig bestehen auch Verbin-dungen oder Wechselwirkungen mit weiteren Erkrankungen, welche die Spielsucht nicht nur be-gleiten, sondern auch bedingen. Daher war es uns bei der Weiterentwicklung des Sozialkonzepts wichtig, auch die Perspektive um die Sicht eines Hausarztes zu ergänzen, um eine noch tiefere, weiterführende Ebene miteinzubeziehen. Sozialkonzept | Seite 15 

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Mit dem vorliegenden Sozialkonzept sollen diese Unternehmensstandards verfestigt und inhalt-lich fortgeschrieben werden. Zu diesem Zweck enthält es neben Kooperationen mit professionel-len Suchtberatungsstellen insbesondere eine Vielzahl konkreter Maßnahmen zur Verhinderung problematischen und pathologischen Glücksspiels. Weiterhin werden inhaltliche und formale An-forderungen eines Schulungskonzepts festgeschrieben, um unsere Mitarbeiterinnen und Mitar-beiter für die Herausforderungen des Jugend- und Spielerschutzes im Alltag adäquat zu qualifi-zieren. Damit legt das vorliegende Sozialkonzept nicht nur eindrücklich dar, dass unsere Unter-nehmenskultur bereits seit vielen Jahren den Grundsätzen des verantwortungsvollen Spiels (sog. „Responsible Gaming“) verpflichtet ist; es enthält vor allem eine konkrete Handlungsgrundlage für sämtliche Maßnahmen, die in unseren Spielstätten zum Jugend- und Spielerschutz ergriffen werden. 

Aufgaben und Zuständigkeiten 

Die Aufgaben und Zuständigkeiten der verantwortlichen Personen innerhalb der Organisations-struktur und wer für den Spielerschutz vor Ort zur Verfügung steht, sind in den Anlagen auf Seite 11 ff. dargestellt. 

Externe Organisation/Hilfsstelle 

Die aufgeführten Personen sind alle speziell mit Zertifikat geschult (siehe Anlage Seite 57 ff.). Die Pfeilrichtungen geben die Möglichkeiten der Einflussnahme an. Informationen können zwi-schen allen Beteiligten ausgetauscht werden. Die Spielerschutz- und Sozialkonzeptbeauftragten haben im Übrigen gleichzeitig auch alle Aufgaben und Befugnisse, um den Jugendschutz zu ge-währleisten. Gleiches gilt und galt schon vorher für die Hallenleitung und das Hallenpersonal, welches die erforderlichen Schulungen durchlaufen hat. In jedem Fall ist immer wenigstens eine geschulte Kraft in Hör- und Rufweite. 

Das Organigramm zeigt im Übrigen, dass der Ansatz des „Responsible Gaming“ auch innerhalb der betrieblichen Organisationsstruktur konkret verankert wurde: Die organisatorische Aufstel-lung des Unternehmens war insbesondere von dem Gedanken geleitet, den Jugend- und Spiel-erschutz als wichtigsten Querschnittsbereich nicht bloß im Verantwortungsbereich Einzelner bzw. bei bloß einer Organisationseinheit anzusiedeln. Denn die effektive Eindämmung von problema-tischem und pathologischem Glücksspiel erfordert vielmehr, dass jede im Unternehmen tätige Person und Organisationseinheit die mit ihrem spezifischen Aufgabenbereich verbundene Ver-antwortung zum Jugend- und Spielerschutz umfassend übernimmt. Sozialkonzept | Seite 16 

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Dies beginnt beispielsweise beim Hallenpersonal und bei der Hallenleitung vor Ort, denen im Rahmen der Früherkennung und der Erstansprache an den Kunden wichtige präventive Aufga-ben zukommen (vgl. dazu Kap. 5.4 auf Seite 61 ff.). 

Die Spielerschutzbeauftragten in unserem Unternehmen sind zum einen die zentral verantwortli-chen Personen für die inhaltliche Gestaltung und Weiterentwicklung unserer Maßnahmen zum Jugend- und Spielerschutz und tragen zum anderen die Verantwortung dafür, dass die konzepti-onelle Arbeit vom Hallenpersonal vor Ort umgesetzt werden kann (vgl. dazu Kap. 1.2.2). Weiter-hin legen die Spielerschutzbeauftragten regelmäßig den gesetzlich vorgeschriebenen Evaluati-onsbericht vor, mit dem auch die Geschäftsleitung unseres Unternehmens aktiv in den Jugend- und Spielerschutz eingebunden wird. 

Auf Basis der in diesem Evaluationsbericht vorgelegten Befunde und Verbesserungsvorschläge legt die Geschäftsführung gemeinsam mit den Spielerschutzbeauftragten konkrete Handlungs-schritte und Handlungszeiträume zur Optimierung konkreter Jugend- und Spielerschutzmaß-nahmen fest. Gleichzeitig nimmt die Geschäftsführung im Rahmen ihrer Personalführungsver-antwortung durch den Abschluss von Zielvereinbarungen und durch das Führen von Nachhaltig-keitsgesprächen auf den Jugend- und Spielerschutz vor Ort Einfluss. 

Weiterhin wird die Geschäftsführung aufgrund ihrer langjährigen Berufserfahrung von allen Be-schäftigten in konkreten Einzelfragen als Ratgeber herangezogen. Dies hat dazu geführt, dass wir seit Herbst 2014 einen sog. „runden Tisch“ zur Verhinderung von Spielsucht“ als unterneh-mensinterne, kollegiale Beratungsrunde eingeführt haben. Dieser Runde Tisch tagt in einem dreimonatigen Turnus und dient zunächst der Einbringung konkreter Fragen der Beschäftigten. Dadurch werden regelmäßig auftretende Fallkonstellationen identifiziert, vorgehaltenes Wissen konserviert und aktualisiert sowie durch Erfahrungsaustausch und Diskussion in den konkreten Arbeitsalltag implementiert. 

1.2.2 Personelle Verantwortlichkeit am Standort 

Für den Standort gelten folgende Verantwortlichkeiten: 

Geschäftsführung: Frau Dr. Regina Bolanz und Adrian Bolanz 

Hallenleitung: Herr Martin Stern 

Stellvertretung: Frau Gisela Reinbold 

Sozialkonzeptbeauftragte: Frau Kate Doyle, Ursula Mokros, Alena Bolanz und Adrian Bolanz 

Präventionsbeauftragte: Frau Ursula Mokros und Dr. med. Daniel Reinhard Sozialkonzept | Seite 17 

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1.3 Konkrete unternehmensbezogene Ziele bezüglich Spielerschutz 

Im Kern gehen wir von den sich aus den Gesetzen vorgegebenen und im Rahmen der Schulun-gen erworbenen Fähigkeiten aus. Danach müssen die Spielenden und Gäste in der Halle zu-nächst auf ihr konkretes Verhalten hin beobachtet werden. Bei Auffälligkeiten (z. B. häufiger Be-such, lange Verweil-/Spielzeiten, höhere Einsätze, emotionale Ausbrüche, Aggressivität u. Ä.) ist defensiv das Gespräch zu suchen und zu explorieren, ob ggf. Suchtgefährdung vorliegen kann. Bei Vorfinden entsprechender Anzeichen ist zudem Meldung zu machen, sodass von übergeord-neter Stelle entschieden werden kann, wie weiter zu verfahren ist. Das Personal soll auf jeden Fall jederzeit während des Spielbetriebes im selben Maße für die Gäste und Spielenden offen sein, falls diese von sich aus mit Anliegen oder Problemen auf sie zukommen. 

Unsere Unternehmenskultur zum Jugend- und Spielerschutz enthält darüber hinaus im Wesentlichen drei einander ergänzende Teilziele: 

Zum Ersten zielen unsere Tätigkeiten auf Stärkung des aktiven Jugendschutzes, die in unseren Spielstätten durch kontinuierliche Aufklärungsarbeit und durch Schaffung einer durchgängigen Akzeptanz von Jugendschutzkontrollen erreicht werden soll. Dabei hat es sich beispielsweise als zielführend erwiesen, dass wir eine über die gesetzliche Regelung der Volljährigkeit hinausge-hende Selbstverpflichtung eingegangen sind und den Zutritt zu unseren Spielstätten generell erst nach Vollendung des 21. Lebensjahres erlauben. 

Zum Zweiten wollen wir unsere Professionalität im Jugend- und Spielerschutz weiter verstärken. Diesem Ziel dienen umfangreiche Schulungskonzepte (siehe dazu Kap. 6.2 auf Seite 74), aber auch die Zusammenarbeit mit externen Institutionen und Organisationen, die im Bereich der Suchtprävention tätig sind. Freilich wird dies durch die Bereitstellung von finanziellen und zeitli-chen Ressourcen zur Durchführung von Präventionsmaßnahmen unterstützt. 

Drittens orientieren wir uns an den Grundsätzen des „Responsible Gaming“. Wir verpflichten uns daher zu einer kontinuierlichen Evaluation und Weiterentwicklung unseres Sozialkonzeptes mit festgeschriebenen Handlungsschritten und Handlungszeiträumen. Dabei sollen alle Maßnahmen und Handlungsprozesse an wissenschaftlich fundierten Erkenntnissen ausgerichtet werden, was insbesondere durch die Einbindung externer Institutionen und Organisationen gelingt. Sozialkonzept | Seite 18 

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2. Entstehung des Sozialkonzeptes 

2.1 Namentliche Benennung der Verfasser nebst ihrer fachlichen Qualifikation sowie der für die Umsetzung des Sozialkonzeptes verantwortlichen Personen einschließlich ihrer Aufgaben und Befugnisse 

Bei der Erstellung dieses Sozialkonzeptes haben die im Rubrum aufgeführten Personen fachlich und redaktionell mitgewirkt. Der mit unserer Unternehmenskultur verfolgte Ansatz des „Respon-sible Gaming“ und die damit verbundene systemische Implementierung des Jugend- und Spiel-erschutzes im gesamten Unternehmen erforderte dabei konsequenterweise zum einen die Ein-beziehung aller Unternehmensebenen, zum anderen war die fachliche Kompetenz für alle sucht-spezifischen Fragestellungen sicherzustellen: In Bezug auf Letzteres konnte mit der Evangeli-schen Stadtmission Freiburg e. V. ein regional erfahrene und überregional anerkannte Trägerin aus dem Suchthilfebereich zur ausführlichen Mitarbeit am Sozialkonzept und auch eine Bindung zur Weiterentwicklung desselben sowie zur Durchführung von Suchtberatungen und Schulungen gewonnen werden. Die in Freiburg ansässige Trägerin gewährleistet eine örtlich passgenaue Konzeption – im Gegensatz zu den Konzepten bundesweit operierender Beratungsunternehmen, denen es regelmäßig an besonderen Kenntnissen über spezifische örtliche Besonderheiten und Gegebenheiten fehlt. Als unterstützende Person konnte mit Herrn Willi Vötter, Diplom-Sozialarbeiter (FH) und Sozialtherapeut (VT), eine über die regionalen Grenzen hinweg bekannte und im Bereich der Spielsucht die kompetenteste Fachkraft der Stadtmission Freiburg e. V., für die Mitarbeit verpflichtet werden. 

Um die Maßnahmen des Sozialkonzepts auch in der Breite adäquat umsetzen zu können, wurde zusätzlich ein Kontakt zum Baden-Württembergischen Landesverband für Prävention und Reha-bilitation GmbH aufgenommen. Unser Ansprechpartner ist dabei Herr Jochen Blank aus Em-mendingen (siehe Kap. 3.2 auf Seite 33; siehe Kap. 5.3 auf Seite 57 ff.). 

Für unser Unternehmen war an der Erstellung des Sozialkonzepts zunächst Frau Ursula Mokros federführend beteiligt, welche als spielerschutzbeauftragte Person auch für die Umsetzung des vorliegenden Sozialkonzepts verantwortlich zeichnete. Nunmehr konnten wir als Unterstützung Herrn Dr. med. Daniel Reinhardt als Allgemeinmediziner mit weitreichender praktischer Fach- und Sacherfahrung für unser Team gewinnen. Mit dieser Verstärkung erhoffen wir uns noch mehr Qualität und Kompetenz für die Aktualisierung und Fortentwicklung des Sozialkonzepts. Mit der Einbindung der Spielerschutzbeauftragten wird weiterhin eine enge Verknüpfung von theore-tischer Grundlage und praktischer Umsetzung gewährleistet. 

Ferner wurde mit Frau Dr. Regina Bolanz und Herrn Adrian Bolanz auch die Geschäftsführung in die Erstellung des Sozialkonzepts einbezogen, um die langjährigen Erfahrungen dieser Personen für das Konzept nutzbar zu machen. Insbesondere übernahm Herr Adrian Bolanz die Redaktion des Sozialkonzeptes, während Frau Dr. Regina Bolanz für die Darstellung von Unternehmens-Sozialkonzept | Seite 19 

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philosophie und der Unternehmenskultur die Verantwortung übernahm. Herr Christopher Ziem überarbeitete die Gesetzessänderungen in das Konzept. Frau Kate Doyle und Frau Alena Bolanz bearbeiteten Inhalt und Struktur in Auflage 3 des Sozialkonzeptes. 

Um die genannten Personen und deren Kompetenzen adäquat vernetzen zu können, wurden Struktur und Inhalte des vorliegenden Konzepts in einer Arbeitsgruppe mit allen genannten Betei-ligten besprochen, diskutiert und im Zeitraum von über einem halben Jahr ausdifferenziert und verfeinert. Dieses Vorgehen hat dazu geführt, dass nunmehr ein in qualitativ-inhaltlicher Hinsicht hochwertiges Sozialkonzept vorliegt, das den täglichen Anforderungen des Jugend- und Spieler-schutzes gerecht wird und eine solide Grundlage für eine stetige inhaltliche Weiterentwicklung bietet. 

Danach ist es Aufgabe und Zielsetzung dieses Sozialkonzeptes, allen Beteiligten vom Personal bis hin zur Geschäftsführung als Leitfaden und Handbuch zu dienen, um sich bei Bedarf den notwendigen Überblick über die einzelnen Schritte und Informationen verschaffen zu können. 

2.2 Aktueller Stand der suchtwissenschaftlichen Forschung 

Dieses Sozialkonzept wurde in Kooperation mit fachkompetenten Personen nach dem Stand der Wissenschaft erarbeitet. Nachstehend werden die wissenschaftlichen Grundlagen unseres Sozi-alkonzepts kurz zusammengefasst und für die praktische Anwendung erläutert. Im Fokus steht vor allem die begriffliche Behandlung des Phänomens Glücksspielsucht und eine Auseinander-setzung mit den hierbei typischerweise auftretenden Ursachen und Indikatoren (vgl. Kap. 2.2.1) – gerade Letzteres ist für das Sozialkonzept und den operativen Alltag in Bezug auf Früherken-nung pathologischer Entwicklungen von großer Bedeutung. In einem zweiten Schritt wurde ver-sucht, das spezifische Gefahrenpotential des gewerblichen Automatenspiels herauszuarbeiten, um die diesbezüglich bestehenden Erkenntnisse für das vorliegende Sozialkonzept verwerten zu können (siehe Kap. 2.2.2 auf Seite 22 ff.). 

2.2.1 Pathologisches Spielverhalten im Lichte der Neuroplastizität 

Jedwedes Suchtverhalten lässt sich besser verstehen und erklären, wenn man es im Kontext der Hirnforschung bzw. im Lichte der Theorie von der Neuroplastizität des Gehirns, erklärt. Lange Zeit galt das Gehirn nach Abschluss der Kindheit als starr festgelegtes und fix verdrahtetes Or-gan. Man glaubte, das Gehirn besitze eine feste Anzahl von Nervenzellen mit unveränderlichen Verbindungen. Dank neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse konnte jedoch nachgewiesen wer-Sozialkonzept | Seite 20 

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den, dass sich das Gehirn während jeder Lebenszeit gezielt verändern kann. Dieser Vorgang wird als Neuroplastizität bezeichnet. Neuroplastizität bedeutet also, dass das Gehirn seine Struk-tur und seine damit zusammenhängende Funktion laufend verändert und dabei in entscheiden-der Weise von den Erfahrungen des täglichen Lebens abhängt. Es liegt daher auf der Hand, dass die Neuroplastizität des menschlichen Gehirns auch für suchtspezifische Verhaltensweisen von großer Bedeutung ist. Daher sollen im Folgenden zunächst die theoretischen Grundlagen der Neuroplastizität dargestellt werden (siehe Kap. 2.2.3.1 auf Seite 29), bevor näher auf den Zusammenhang von Neuroplastizität und pathologischer Spielsucht eingegangen wird (siehe Kap. 2.2.3.2 auf Seite 30 f.). 

2.2.1.1 Theoretische Grundlage der Neuroplastizität 

Das Konzept der Neuroplastizität wurde ursprünglich im Jahr 1949 durch den kanadischen Neu-robiologen Donald Hebb formuliert9. Zu jener Zeit bestand jedoch noch keine Möglichkeit, die Theorie zu verifizieren oder zu falsifizieren. Hebbs Ausgangsüberlegung war, dass die Übertra-gungsbereitschaft an neuronalen Synapsen zunimmt, je öfter sie gebraucht werden. Synapsen sind diejenigen Bereiche, in denen zwei Nervenzellen miteinander Verbindung aufnehmen und sich die elektrisch fortgeleiteten Nervenimpulse – durch sogenannte Botenstoffe vermittelt – chemisch von der einen auf die andere Nervenzelle überleiten. Schlagwortartig drückt Hebb dies aus mit dem Satz: „Cells that fire together wire together“ (Zellen, die gemeinsam feuern, verdrah-ten sich). 

9 Hebb, Donald, The Organization of Behaviour, A neuropsychological Theory, New York, 1949. 

10 LeDoux, Joseph E., Das Netz der Gefühle, S 229. 

Heute ist man in der Lage, die Neuroplastizität mit bildgebenden Verfahren am lebenden Gehirn nachzuweisen. Es lässt sich genau beschreiben, was in mikrostruktureller und in biochemischer Hinsicht geschieht, damit sich Synapsen durch Gebrauch bahnen, so dass sie immer leichter auslösbar werden. So gelang auch in den 1980er Jahren der Nachweis, dass ein sensibler Nerv durch wiederholte Reizung (Training) ein zunehmend größeres Hirnareal erhält. Damit entsteht ein Lernvorgang und das Gehirn stellt für häufig ausgeführte Tätigkeiten mehr Gewebe zur Ver-fügung. 

Neurobiologisch gründen also Lernen und Veränderung auf der Neuroplastizität. „Lernen besteht in der Verstärkung synaptischer Verbindungen zwischen Neuronen“10. Dabei geht es nicht bloß um einzelne Synapsen, sondern um kleinere oder größere sogenannte neuronale Netzwerke, welche durch Hebbs Prinzipien installiert und gebahnt werden. Sie bestimmen unser Erleben und unser Verhalten. Verändertes Erleben und Verhalten entspricht strukturell und funktionell verän-derten neuronalen Netzwerken. Dieser Satz funktioniert in beiden Richtungen: Durch neues Ver- Sozialkonzept | Seite 21 

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halten und Erleben installieren wir neue neuronale Netzwerke, die, wenn sie regelmäßig gebahnt werden, wiederum die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass dieses Erleben und Verhalten leichter gezeigt werden kann und wird. 

Man kann sich den Vorgang der Neuroplastizität mit einer Metapher aus dem Straßenbau erklä-ren: Feuern zwei Neurone gleichzeitig, dann feuern sie mit der Zeit stärker und werden leichter erregbar. So baut das Gehirn „Straßen“. Und bei sehr häufiger Benutzung werden daraus zu-nächst „Landstraßen“ und mit der Zeit ggf. „Autobahnen“, die dann nicht nur leichter zu befahren sind, sondern auch häufiger befahren werden. 

2.2.1.2 Neuroplastizität und Spielsucht 

Doch in welcher Weise wirkt nun das dargestellte Prinzip der Neuroplastizität im Zusammenhang mit Spielsucht? Hierzu muss man sich zunächst klarmachen, dass lustvolles Erleben an die Aus-schüttung bestimmter Botenstoffe, sog. Neurotransmitter, gekoppelt ist. Diese Neurotransmitter, wie z.B. Dopamin, Serotonin oder Noradrenalin, beeinflussen das psychische Empfinden, indem sie über die Synapsen Informationen zwischen Nervenzellen weitergeben. In der Synapse ein-laufende elektrische Impulse veranlassen die Ausschüttung dieser Botenstoffe. 

Von großer Bedeutung für Suchtverhalten ist dabei u.a. der Neurotransmitter Dopamin. Die Aus-schüttung von Dopamin fungiert als Signal für die Assoziation von Belohnung (Lustempfinden) bzw. als Signal für bestimmte Ereignisse, die Belohnung ankündigen. So beschleunigt riskantes, auf Erregung ausgerichtetes Verhalten beim Glücksspiel die Neurotransmission durch eine er-höhte Ausschüttung antreibender und erregender Neurotransmitter wie Dopamin11. Zwischen glücksspielbezogener Erregung und der Freisetzung von Dopamin besteht also ein bedeutsamer Zusammenhang. Da jedoch die biochemische Struktur eine lang andauernde, selbst herbeige-führte Veränderung der Neurotransmission nicht zulässt, gleicht der Körper sie durch Verringe-rung einiger Enzyme aus. Deshalb wird die Neurotransmission verlangsamt und das Gefühl der Befriedigung lässt nach, obwohl das riskante Verhalten noch auf demselben Niveau gehalten wird. Die Folge: Der Spieler muss – um Befriedigung zu erlangen – sein Spielverhalten steigern und produziert damit einen Teufelskreis zunehmender Abhängigkeit12. 

11 Vgl. Milkman/Sunderwirth, Addictive processes, Journal of Psychoactive Drugs, Vol. 14, 1982, S. 177 ff; ebenso Milk-man/Sunderwirth, Warum werden wir süchtig, Psychologie heute 11, 1984, S. 34 ff. 

12 Vgl. zum Ganzen Meyer/Bachmann, Spielsucht, S. 117. 

Und genau dieser Teufelskreis wird durch das Prinzip der Neuroplastizität noch verstärkt. Denn Belohnungen und ihre Auslöser werden vom Gehirn sofort gespeichert: Das Gehirn lernt, Glücksspiel mit dem Erlebnis eines guten Gefühls zu verbinden. Durch Wiederholung und Ver- Sozialkonzept | Seite 22 

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stärkung des Spielverhaltens erzeugt der Dopamin gesteuerte Reiz des Spielverhaltens auf die-sem Weg bleibende Veränderungen der Hirnstrukturen, die wiederum exzessive Wiederholung und Verstärkung des Spielverhaltens und damit die Entstehung und Aufrechterhaltung von Spiel-sucht begünstigen. 

2.2.2 Glücksspielsucht, pathologisches Spielverhalten, problematisches Spielverhalten – Begriffsklärung und Ursachenbetrachtung 

Der allgemeine Sprachgebrauch verwendet den Begriff der „Glücksspielsucht“ für ein krankhaftes Spielverhalten. Wenngleich der Begriff mit seinen Elementen „Spiel“, „Glück“ und „Sucht“ die psychologische Dimension des Themenfeldes umfänglich umschreibt (vgl. Kap. 2.2.2.1), sind in der Wissenschaft die Begriffe „pathologisches Spielverhalten“ bzw. „problematisches Spielverhal-ten“ etabliert und in den anerkannten internationalen Klassifikationssystemen psychischer Stö-rungen als behandlungsbedürftige Krankheiten anerkannt (siehe Kap. 2.2.2.2 auf Seite 24). Seit der erstmaligen offiziellen Anerkennung als psychische Störung im Jahr 1980 wird das pathologi-sche Spielen als eine Form der Impulskontrollstörung klassifiziert; daneben existiert die mildere Form des „gewohnheitsmäßigen Spiels“, das ebenfalls von gesundheitspolitischer Bedeutung ist, wobei aber Erkenntnisfähigkeit und gesteuerte Selbsteinschränkbarkeit noch autonomer Ent-scheidung unterliegen.13 

13 Vgl. Müller-Spahn/ Margraf, Wenn Speilen pathologisch wird, 2003 S. 13 

14 Vgl. Petry, Psychotherapie der Glücksspielsucht, 1996. 

15 Gebhardt/ Grüsser-Sinopoli, Glücksspiel in Deutschland: Ökonomie, Recht, Sucht, 2008, S. 3 

2.2.2.1 Psychologische Aspekte und Ursachen der Glücksspielsucht 

Zur Erfassung der psychologischen Dimension des Gegenstandsbereichs wird der Begriff „Glücksspielsucht“ als sehr geeignet angesehen, da sich die verschiedenen inhaltlichen Aspekte in den Begriffsteilen „Spiel“, „Glück“ und „Sucht“ widerspiegeln14. Das spielerische Element ist bereits Teil des genetischen Lernprogramms und das Streben nach Glück die Haupttriebfeder allen menschlichen Wirkens.15 

Es besteht eine Wechselwirkung zwischen dem Aufforderungscharakter des Spiels auf der einen Seite und dem Selbstwert der Spielerin und des Spielers auf der anderen Seite. Dies gilt vor fol-gendem Hintergrund: Die klinische Forschung hat sich in zahlreichen Untersuchungen mit Be-sonderheiten der Gruppe der Glücksspielsüchtigen befasst und dabei als Hauptmerkmal dieser Sozialkonzept | Seite 23 

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Gruppe eine ausgeprägte Selbstwertproblematik festgestellt.16 Diese Selbstwertproblematik muss in Wechselwirkung mit dem speziellen Aufforderungscharakter des Spiels verstanden wer-den: Wird das Spiel als eine zielgerichtete Handlung aufgefasst,17 so besteht die wesentliche Motivation hierzu in der damit verbundenen Selbstwertsteigerung durch Bewältigung einer im Verhältnis zum Alltagserleben gesteigerten Handlungsanforderung. Wenn einmal dieser Hand-lungsdrang in der Person des Spielenden hervorgerufen worden ist, dann kann die betroffene Person scheinbar nur durch erneutes Glücksspielverhalten entkommen: ein Teufelskreis eigen-dynamischen, pathologischen Glückspielens entsteht.18 

16 Vgl. Petry, Diagnostik und Behandlung der „Glücksspielsucht“ unter Verweis auf Bergler, The Psychology of Gambling, 1958, und Custer/Milt, When Luck Runs Out: Help for Compulsive Gamblers and Their Families, 1985. 

17 Vgl. Oerter, Psychologie des Spiels: Ein handlungstheoretischer Ansatz, 1993. 

18 Vgl. Gebhardt/ Grüsser-Sinopoli, Glücksspiel in Deutschland: Ökonomie, Recht, Sucht, 2008, S. 558 

19 Vgl. zum Ganzen Petry, Diagnostik und Behandlung der „Glücksspielsucht“. 

20 Vgl. Bucher, Sucht und Ausstieg: Wege aus der Glücksspielsucht, 2011, S. 50 

21 Vgl. Oerter, Psychologie des Spiels: Ein handlungstheoretischer Ansatz, 1993. 

22 So Petry, Diagnostik und Behandlung der „Glücksspielsucht“. 

Das Spiel ermöglicht damit emotionale Grunderfahrungen, die aufgrund von im realen Leben bestehenden Grenzen (z. B. starke Abhängigkeit des Kindes von seinen Eltern) nicht erlebbar sind. In der realen Welt erfahrene Frustrationen können damit ausgeglichen und neue, entwick-lungsfördernde Erfahrungen gesammelt werden.19 Das Spielen ist somit zum einen für die Ent-wicklung von Sozialbeziehungen förderlich, kann zum anderen aber auch dem einseitigen Selbstbezug dienen, wenn es einseitig individualistisch und kompetitiv isoliert auf die eigenen Bedürfnisse ausgerichtet wird. 

Dabei besteht beim professionellen Spiel immer eine gewisse Gefahr zum „Abdriften in die Irrati-onalität“, weil man auf lange Sicht gegen die allermeisten Spielsysteme auf mathematisch-stochastischer Ebene nicht gewinnen kann. So kam z. B. auch Albert Einstein, welcher sich auch einige Zeit lang mit den Gewinnchancen beim Glücksspiel beschäftigt hatte, zu einem ernüch-ternden Ergebnis; danach gebe es nur zwei Möglichkeiten, beim Roulettespiel zu gewinnen: Die eine wäre, Jetons zu stehlen, die andere, Spielsysteme zu verkaufen.20 

Da ein Glücksspiel seinem Wesen nach als Wette zu definieren ist, bei der es stets um einen materiellen Einsatz in Bezug auf das Eintreten eines vorwiegend oder vollständig zufallsbeding-ten Ereignisses geht, gelangt durch den Aspekt „Glück“ ein materieller Aspekt hinzu. Der materi-elle Einsatz führt zu einer zusätzlichen Erregungssteigerung und damit zu einer Erhöhung der Selbstbeteiligung und enthält zugleich ein verstärktes Verlustrisiko. Damit einher geht eine grundlegende Veränderung der Handlungsstruktur, da sich aus dem Spiel, das als solches zu-nächst zu einer bloßen Befindlichkeitsänderung führt, nun eine Ernsthandlung mit realen Folgen finanzieller Art entwickelt.21 Dieser wichtige Aspekt wird zumindest in begrifflicher Hinsicht durch die verkürzten Bezeichnungen „pathologisches Spielen“ oder „Spielsucht“ nicht ausreichend ab-gebildet.22 Sozialkonzept | Seite 24 

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Mit dem Begriff der Sucht wird nicht nur die suchttypische Eigendynamik des Glücksspielverhal-tens deutlich, sondern auch ein darüber hinausgehender normativer Aspekt der devianten Such-tentwicklung einbezogen: Die zunehmende individuelle Bindung an das Suchtverhalten bewirkt eine Zunahme sozial eingrenzender Reaktionen, die aufgrund der von Glücksspielsüchtigen ver-innerlichten Ambivalenz zu Schuld- und Schamgefühlen führt, die wiederum als Antrieb der wei-teren Suchtentwicklung angesehen werden.23 Daraus resultiert eine Veränderung der morali-schen Maßstäbe der Glücksspielsüchtigen, die sich als eine selbstrechtfertigende Anpassung des Selbstkonzepts aufgrund zunehmend devianter, abweichender Verhaltensweisen verstehen lassen.24 Die damit verbundene Emigration in gesellschaftliche Subgruppen führt zu einem glücksspielbezogenen Lebensstil, der durch kognitive Verzerrung und Verhaltensstile geprägt ist, die in erster Linie auf unmittelbare Bedürfnisbefriedigung konzentriert ist.25 

23 Vgl. Orford, Excessive Appetites, A Psychological View of Addiction, 1985. 

24 Vgl. Lesieur, The Compulsive Gambler’s Spiral of Options and Involvement, 1979. 

25 Vgl. Walters, The Gambling Lifestyle, 1994. 

26 Vgl. Meyer/Bachmann, Spielsucht, 2011. 

2.2.2.2 Pathologisches Glücksspiel als behandlungsbedürftige Krankheit 

Der Begriff des „pathologischen Glücksspiels“ hat sich seit seiner Anerkennung mit der Aufnah-me in die internationalen psychiatrischen Klassifikationssysteme durchgesetzt. In beiden interna-tionalen Klassifikationssystemen (ICD-10 und DSM-IV) ist die Glücksspielsucht als „pathological gambling“ (pathologisches Glücksspiel) aufgeführt und dementsprechend als behandlungsbe-dürftige Krankheit anerkannt. Trotz unterschiedlicher diagnostischer Krankheitsbeschreibung ist beiden Klassifikationssystemen gemein, dass sie die Glücksspielsucht als ein dauerhaft fortge-führtes und unkontrollierbares Spielverhalten bezeichnen, welches trotz negativer sozialer Kon-sequenzen fortgeführt wird (siehe dazu unten). Im vorliegenden Sozialkonzept wird daher dem pathologischen Charakter der Glücksspielsucht durch eine synonyme Verwendung der Begriffe „pathologisches Spielverhalten“ bzw. „pathologisches Glücksspiel“ Rechnung getragen. 

Die Glücksspielsucht als Krankheitsbild zeigt somit die gleichen Merkmale wie stoffgebundenes Suchtverhalten: Konsumverhalten wird zum zentralen Lebensinhalt, Kontrollverlust, erfolglose Abstinenzversuche, Toleranzentwicklung, Entzugserscheinungen und Folgeschäden.26 Abzu-grenzen ist das pathologische Glücksspiel von unproblematischen Formen des „sozialen Glücks-spielens“ oder „professionellen Glücksspielens“ – diese dienen in erster Linie dem Zeitvertreib bzw. dem Lebensunterhalt und sind gegenüber der pathologischen Spielsucht insbesondere durch eine eindeutige Risikobegrenzung gekennzeichnet. Sozialkonzept | Seite 25 

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Als „problematisches Spielverhalten“ wird hingegen eine hochriskante Spielweise bezeichnet, welche bei zeitlicher Fortführung zur Ausbildung eines pathologischen Krankheitsbildes im Sinne einer Glücksspielsucht führen kann und die sich insoweit von der unproblematischen Form des sozialen Glücksspielens mit eindeutigen Risikobegrenzungen deutlich abhebt (zur konkreten Bestimmung nach DSM-IV siehe unten auf Seite 25) 

„Pathologisches Glücksspiel“ nach ICD-10 

Im ICD-10 (Internationale Klassifikation der Krankheiten, zehnte Revision) ist pathologisches Glücksspiel unter „abnorme Gewohnheiten und Störungen der Impulskontrolle“ (F63) eingeord-net. Hiernach besteht die Störung im häufig wiederholten episodenhaften Glücksspiel, das die Lebensführung der betroffenen Person beherrscht und zum Verfall der sozialen, beruflichen, ma-teriellen und familiären Werte und Verpflichtungen führt. 

Diagnostische Kriterien: 

A. Wiederholte (2 oder mehr) Episoden von Glücksspiel über einen Zeitraum von mindestens einem Jahr. 

B. Diese Episoden bringen den Betroffenen keinen Gewinn, sondern werden trotz subjektivem Leidensdruck und Störung der Funktionsfähigkeit im täglichen Leben fortgesetzt. 

C. Die Betroffenen beschreiben einen intensiven Drang zu spielen, der nur schwer kontrolliert werden kann. Sie schildern, dass sie nicht in der Lage sind, das Glücksspiel durch Willens-anstrengung zu unterbrechen. 

D. Die Betroffenen sind ständig mit Gedanken oder Vorstellungen vom Glücksspiel oder mit dem Umfeld des Glücksspiels beschäftigt. 

Abgrenzung von: 

– exzessivem Spielen manischer Patienten (F30) 

– nicht näher bezeichnetem Spielen und Wetten (Z72.6)27 

27 Vgl. Deutsches Ärzteblatt PP Heft 4 April 2012. 

28 American Psychiatric Association, APA 1994. 

Merkmale pathologischen Glücksspiels / problematischen Spielverhaltens nach DSM-IV 

Das DSM-IV (Diagnostisches und Statistisches Manual Psychischer Störungen, vierte Version) kategorisiert pathologisches Glücksspiel ebenfalls als eine Störung der Impulskontrolle, die nicht andernorts klassifiziert ist.28 Wesentliches Merkmal von pathologischem Glücksspiel ist demnach ein „andauerndes, wiederkehrendes und maladaptives Spielverhalten, das persönliche, familiäre Sozialkonzept | Seite 26 

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oder Freizeitbeschäftigungen stört oder beeinträchtigt“.29 Dies kann sich unter anderem in star-kem Eingenommensein vom Glücksspiel, erfolglosen Einschränkungs- oder Aufgabeversuchen des Spiels, Unruhe und Gereiztheit dabei, Lügen gegenüber Dritten zur Vertuschung der Spiel-problematik oder Wiederaufnahme des Glücksspiels, um Geldverluste auszugleichen, äußern. 

29 APA 1994, S. 615. 

30 Z. B. Volberg, Abbott, Ronnberg & Munck, 2001. 

Werden fünf der folgend dargestellten zehn Kriterien erfüllt, liegt pathologisches Glücksspiel vor. Als eine schwächere Ausprägung, bei der drei bis vier, aber nicht alle für eine Diagnose notwen-digen Kriterien erfüllt werden, kann das sogenannte problematische Spielverhalten angesehen werden.30 

Die diagnostischen Kriterien für pathologisches Glücksspiel nach DSM-IV sind wie folgt 

beschrieben: 

Andauerndes und wiederkehrendes fehlangepasstes Spielverhalten, was sich in zumindest 

fünf der folgenden Merkmale ausdrückt: 

– Starke Eingenommenheit vom Glücksspielen 

– Steigerung der Einsätze zur Erreichung der gewünschten Erregung 

– Wiederholte erfolglose Versuche, das Spielen zu kontrollieren, einzuschränken oder aufzu-geben 

– Unruhe und Gereiztheit beim Versuch, das Spielen einzuschränken 

– Spielen als Flucht vor Problemen oder dysphorischer Stimmung 

– Wiederaufnahme des Spielens nach Geldverlust (dem Verlust hinterherjagen) 

– Lügen gegenüber Dritten, um das Ausmaß der Problematik zu vertuschen 

– Illegale Handlungen zur Finanzierung des Spielens 

– Gefährdung oder Verlust wichtiger Beziehungen, des Arbeitsplatzes oder von Zukunftschan-cen 

– Hoffnung auf Bereitstellung von Geld durch Dritte 

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Differenzialdiagnostik – Unterscheidung von: 

– sozialem und professionellem Spielen 

– Spielen im Rahmen einer „manischen Episode“ 

– Probleme mit dem Spielen bei einer „antisozialen Persönlichkeitsstörung“ 

– Bei Erfüllung der Kriterien beider Störungen können beide Diagnosen vergeben werden.31 

31 Vgl. Prof. Dr. med. Karl Mann; Univ.-Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. Manfred E. Beutel, Problematisches Glücksspielverhalten. 

32 Vgl. Henssler, Risiko als Vertragsgegenstand, 1994, S. 437 

33 Vgl. Wahl, Spielsucht, 1988, S. 49 

2.2.3 Spezifisches Gefahrenpotenzial des gewerblichen Automatenspiels 

Trotz zahlreicher Gemeinsamkeiten weisen unterschiedliche Glücksspielformen freilich auch un-terschiedliche Stimulations- und Suchtpotenziale auf. Die strukturellen Merkmale der verschiede-nen Glücksspiele haben wiederum Einfluss auf diese Potenziale. Die Gefahren für das Gemein-wesen werden statistisch noch nicht allzu exakt bewertet; es gibt eine Studienlage aus 1970er Jahren in den USA, die damals von etwa 4-10 Mio. sog. „problem gamblers“ in den Vereinigten Staaten ausging. In Deutschland soll es etwa eine halbe Million geben.32 Andere Zahlen für 2014 gehen etwa von 100.000 bis 290.000 betroffenen Personen aus (Quelle: Wikipedia); die Bundes-zentrale für gesundheitliche Aufklärung (BgZA) errechnete für 2013 ca. 200.000 bis 560.000 Be-troffene. Das zu erkennende Gefahrenpotenzial wird dabei grundsätzlich aufgrund von Erschei-nungsbild sowie der ursächlichen Bedingungen vielfach den Suchterkrankungen zugerechnet.33 

Kriterien für diesen Einfluss sind dabei: 

– die Verfügbarkeit bzw. Griffnähe, 

– die hohe Ereignisfrequenz und damit die Beschaffenheit der Auszahlungsintervalle, 

– die Gewinnstruktur (Vielfalt an Einsatz- und Gewinnmöglichkeit, Höchstgewinne, Fastgewin-ne, Gewinnwahrscheinlichkeit), 

– die aktive Einbindung des Spielenden, 

– die Art des Einsatzes, 

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– aber auch Ton-, Farb- und Lichteffekte. 

Mit Blick auf diese Faktoren erklären sich die vielschichtigen Ursachen für das Suchtpotenzial von Glücksspielgeräten: Zum einen sind die Geldspielautomaten bundesweit leicht zugänglich. Darüber hinaus ist der Mindesteinsatz für eine Spielrunde in aller Regel sehr gering. Aus der Suchtforschung ist weiterhin bekannt, dass das Suchtpotenzial der Spielenden mit Erhöhung der Geschwindigkeit steigt, was insbesondere darauf zurückzuführen ist, dass durch eine rasche Spielabfolge das Verlusterleben minimiert wird, weil die Spielenden mit der stetigen Hoffnung leben, einen Gewinn zu erzielen. 

Die Gefahren für das Gemeinwesen können bislang lediglich in ihrer ungefähren Größenordnung statistisch benannt werden. Eine US-Studie aus den 1970er Jahren ging von etwa 4-10 Mio. sog. „problem gamblers“ in den Vereinigten Staaten aus. In Deutschland gibt es mittlerweile etwas präzisere und differenziertere Zahlenangaben: Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklä-rung (BgZA) berechnete für das Jahr 2014 insgesamt ca. 424.000 Personen mit pathologischem Spielverhalten und ca. 264.000 Personen mit problematischem Spielverhalten. Im Jahr 2016 wurden diese Zahlen von der BgZA aktualisiert: Danach werden nur noch 191.000 Personen dem pathologischen Spielverhalten zugerechnet, während die Zahl der Personen mit problemati-schem Spielverhalten mit 217.000 nur leicht rückläufig war. 

Die besondere Behandlungs- und Therapiebedürftigkeit des gewerblichen Automatenspiels und damit die Notwendigkeit der rechtzeitigen Einbeziehung spezifischer Hilfesysteme zeigt sich da-rin, dass große Anteile von Klientinnen und Klienten im ambulanten und stationären Hilfesystem Automatenspielende sind. Die therapeutische Behandlung der Glücksspielsucht besteht dabei aus verschiedenen Elementen: Neben der Glücksspielabstinenz als Behandlungsgrundlage ist zunächst ein Geld- und Schuldenmanagement erforderlich, welches durch eine symptomorien-tierte Behandlung ergänzt wird. Zur dauerhaften Bewältigung einer Glücksspielproblematik ist es jedoch erforderlich, die verschiedenen Hintergrundproblematiken wie Erregungsregulation und Gefühlsverarbeitung bzw. Beziehungsgestaltung und Selbstbewertung zu bearbeiten.34 Damit sind nur einige der im Einzelfall komplexen und vielschichtigen Aspekte genannt, die zeigen, dass bei einem pathologischen Spielverhalten die Vermittlung in die dafür vorgesehenen Hilfe-systeme zwingend erforderlich sind und bereits im Zustand des problematischen Glücksspiels höchste Achtsamkeit geboten ist. 

34 Vgl. zum Ganzen Petry, Diagnostik und Behandlung der „Glücksspielsucht“. Sozialkonzept | Seite 29 

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2.2.3.1 Kurzübersicht zur möglichen Erkennung problematischen und pathologischen Spiel-verhaltens: 

– Der Gast spielt öfters und länger als zu Beginn seiner Besuche. 

– Der Gast spricht mit dem Spielautomaten und ist nicht mehr ansprechbar („wie in einer ande-ren Welt“). 

– Der Gast wartet schon vor der Türe, um schnell ein Gerät zu bekommen. 

– Der Gast ist nervös, aggressiv und gereizt. 

– Der Gast ist laut und schlägt auf die Tasten des Automaten. 

– Der Gast will am Abend die Halle nicht verlassen und muss weiterspielen. 

– Der Gast spielt „trocken“, d. h. er schaut den anderen Gästen beim Spielen zu. 

– Der Gast kann auch in einer Gewinnphase nicht aufhören zu spielen. 

– Der Gast macht einen verwahrlosten Eindruck. Keine Körperpflege, schmutzige Kleidung. 

– Der Gast versucht, sich von anderen Spielgästen oder auch vom Spielhallenpersonal Geld zu leihen. 

– Der Gast begeht einen Diebstahl, um weiterspielen zu können. 

– Der Gast lässt seine Haustiere oder sogar seine Kinder über einen längeren Zeitraum im PKW sitzen, um seinem Spieltrieb nachzukommen. 

Diese oben genannten Zeichen können Anhaltspunkte für ein auffälliges Spielverhalten sein. Auch hier spielt die Menge eine entscheidende Rolle. Wie schon Paracelsus wusste: „Sola dosis facit venenum“ – „Nur die Dosis macht das Gift“. Sozialkonzept | Seite 30 

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2.2.3.2 Entstehung der spielsucht im 3-Phasen-Modell 

Der Begriff „Spielsucht“ hat sich in den Köpfen der Allgemeinheit eingebürgert. Hierbei werden Spielende charakterisiert, die ihr „Haus und Hof“ verspielen. Für die pathologischen Spielenden ist das Glücksspiel der zentrale Mittelpunkt in ihrem Leben. 

Der Verlauf pathologischer Spielender lässt sich vergleichbar der stoffgebundenen Suchtentwick-lung in drei Phasen unterteilen. 

Phase I: Gewinnphase – Anfangsstadium 

Oft erleben die Spielenden einen ersten Kontakt in ihrem privaten Umfeld durch bargeldlose Würfel oder Kartenspiele im Freundeskreis. Hierbei kann es durch Erzählungen über ein Casino dazu kommen, dass diese Beschreibung erlebt werden will. Auch die Eröffnung eines Casinos in der näheren Nachbarschaft kann dazu führen. Hierbei gewinnen die Spielenden oft kleinere oder größere Geldbeträge, erleben Freude und steigern ihr Selbstwertgefühl. Hieraus können regel-mäßige Besuche eines Casinos entstehen, man knüpft Kontakte zur Spielerszene und erhält oft Anerkennung und Statusgewinn. 

Gewinnphase 

– Unregelmäßiges Spielen 

– Häufiger Gewinn 

– Positive Erfahrung 

– Kontaktaufnahme zu anderen Spielenden 

– Wunschträume von höheren Gewinnen 

– Optimismus 

Phase II: Verlustphase – problematische Regelmäßigkeit 

Der Übergang von Phase I zu Phase II ist in der Regel fließend. Der Spielgast kommt immer öf-ters und die Verweildauer erhöht sich. Weiter wird auch eine höhere Risikobereitschaft durch Einsätze am Spielgerät gezeigt. Der Spielgast beginnt, auch an mehreren Geräten gleichzeitig zu spielen. Hieraus entsteht eine problematische Eigendynamik. Jetzt entstehen immer öfters Ver-luste, die der Spielgast sich nicht leisten kann. Verwandte und Freunde werden um einen Kredit Sozialkonzept | Seite 31 

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gebeten. Jetzt existiert kaum mehr ein Limit, um seine Verluste wieder auszugleichen. Der Spiel-gast entwickelt ein System aus Lügen, um seine Abwesenheit oder Geldmangel zu erklären. In diesem Stadium hat der Spielgast seine Stammspielhalle, für den Besuch einer Spielbank lohnt sich die Jahreskarte, die an Stammkundinnen und -kunden kostenfrei übergeben wird. 

Verlustphase 

– Der Spielgast setzt höhere Einsätze, um ein vergleichbar angenehmes Gefühl zu verspüren 

– Häufigere Verluste 

– Der Spielgast versucht, verlorene Einsätze zurückzugewinnen 

– Der Gast verheimlicht und lügt sein näheres Umfeld an 

– Berufliche und soziale Konflikte 

– Das Glücksspiel vereinnahmt den Spielgast 

Phase III: Verzweiflungsphase – Suchterkrankung 

Der Spielgast kann sich nicht mehr kontrollieren. Er verspielt alles Geld, mit welchem er das Casino betreten hat. Er steht schon vor den Öffnungszeiten vor der Spielhalle und wartet. Er ver-sucht um jeden Preis, Geld zu beschaffen, um spielen zu können. Auch vor Straftaten wird nicht zurückgeschreckt. Das Suchtstadium ist erreicht. Es wird trotz bewussten Folgeschäden weiter-gespielt. Eine Isolation zu seinem persönlichen und sozialen Umfeld ist zu erkennen. 

Verzweiflungsphase – Suchtstadium 

– Sozialer Abstieg 

– Kontrollverlust 

– Folgeschäden z. B. durch Beschaffungskriminalität, Überschuldung 

– Persönlicher Wandel u. Hoffnungslosigkeit 

– Alles wird verspielt, Insolvenzgefahr 

– Ängste, Aggression und Selbstmordgedanken 

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3. Ziele des Sozialkonzeptes 

Ziel des vorliegenden Sozialkonzeptes ist die Prävention und Frühintervention bei Spielsucht bzw. bei pathologischem und problematischem Spielverhalten. Neben der obligatorischen Einhal-tung von gesetzlichen Standards und von Maßnahmen freiwilliger Selbstverpflichtung geht es uns in erster Linie darum, in unseren Spielhallen einen möglichst niederschwelligen Zugang zu dem gefährdeten Personenkreis zu erreichen. 

Neben verschiedenen raum-, personen- und sachbezogenen Maßnahmen soll insbesondere über Schulung und Qualifizierung des Spielhallenpersonals sowie durch Vernetzung mit profes-sionell-sozialpädagogischen Beratungsstellen ein frühzeitiger Kontakt und eine proaktive An-sprache von Personen mit auffälligem Spielverhalten gewährleistet werden. 

Das vorliegende Sozialkonzept wird in der von uns betriebenen Spielhalle bereits angewendet und wird stetig weiterentwickelt. Darüber hinaus ist das Konzept ebenfalls in Gaststätten umge-setzt, um die durch Kombination von Spiel und Alkoholkonsum entstehenden spezifischen Risi-ken zu reduzieren. 

3.1 Früherkennung und Verhinderung problematischen und pathologischen Glücksspiels 

Problematisches Glücksspielverhalten kann anhand beobachtender Methoden erkannt werden, wobei zu den anerkannten Kriterien insbesondere zählen: 

– keine Zeit und kein Geld 

– unerklärliche Abwesenheitszeiten von der Arbeit oder von zu Hause 

– ständig knapp bei Kasse sein, obwohl ein regelmäßiges Einkommen da ist 

– Nichteinhalten von Terminen u. starke Stimmungsschwankungen 

– Wahl des Urlaubsortes abhängig davon, ob eine Spielmöglichkeit vor Ort ist 

– Eröffnen weiterer Konten/ Geldleihe im Freundeskreis 

– Kreditaufnahmen ohne erkennbare Anschaffungen 

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– Verkauf von persönlichen Wertgegenständen/ Verschwinden von Geldbeträgen 

3.2 Schulung 

Wir konnten zu einigen hochkompetenten Präventionsstellen Kontakt aufnehmen, welche wir hier wie nachstehend auflisten (bereits bestehende Schulungsverträge finden sich im Anhang auf Seite 37 dokumentiert): 

Landesstelle für Suchtfragen der Liga der 

Freien Wohlfahrtspflege in Baden-Württemberg e. V. 

Ansprechpartner: Eva Weiser 

Stauffenbergstraße 3 

70173 Stuttgart 

Markus Fent, Dipl.-Psych. 

Psychologischer Psychotherapeut 

Suchtberatung 

Karlstraße 29 

72488 Sigmaringen 

Tel.: 07571 4188 oder 1706 

Fax: 07571 1705 

Evangelische Stadtmission Freiburg e. V. 

Lehener Straße 54a 

79106 Freiburg 

Schulungsleiter: Herr Willi Vötter 

Bwlv Fachstelle Sucht Emmendingen 

Hebelstraße 27 

79312 Emmendingen 

Tel.: 07641 933589 0 Sozialkonzept | Seite 34 

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Drogenhilfe 

Rosastraße 13 

79098 Freiburg 

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) 

Ostmerheimer Straße 220 

51109 Köln 

Bwlv Fachstelle Sucht Freiburg 

Basler Straße 61 

79100 Freiburg 

AWO Drogenhilfe 

Faulerstraße 8 

79098 Freiburg 

Suchtberatung 

Karlsstraße 29 

72488 Sigmaringen 

Schulungsleiter: Herr Ernst Harter 

Kommunaler Suchtbeauftragter Freiburg 

Jacob-Burckhardt-Straße 1 

79098 Freiburg 

Schulungsleiter: Herr Uwe Müller Herzog 

E-Mail: suchtbeauftragter@stadt.freiburg.de 

3.3 Schulungsnachweise 

Bereits erworbene Schulungszertifikate (siehe auf Seite 57 ff.) und Sachkundenachweise (auf Seite 29 ff.) finden sich im Anhang oder alternativ online unter: 

www.textbox.info 

Projektname: CF 2017 

Passwort: Siehe Anschreiben Sozialkonzept | Seite 35 

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4. Verhinderung problematischen und pathologischen Glückspiels 

4.1 Gewinn- und Verlustwahrscheinlichkeiten und Zufallsabhängigkeiten der Spielergebnisse 

Nach § 43 Abs. 2 S. 1 u. 2 LGlüG-BW muss der Betreiber die Spielerinnen und Spieler zu ver-antwortungsbewusstem Spiel anhalten und der Entstehung von Spielsucht vorbeugen. Dazu sind diese über speziell die Gewinn- und Verlustwahrscheinlichkeiten zu informieren. 

Die Informationen zum Spielablauf an Geldspielgeräten (siehe Anlage auf Seite 135) gem. § 33 c GewO – Aufklärungspflicht gemäß § 7 Erster Glücksspieländerungsstaatsvertrag – müssen in allgemeinverständlicher Form und bestmöglich mit konkreten Hinweisen zur Prüfung des eigenen Spielverhaltens gut sichtbar, z. B. neben dem Jugendschutzgesetz, ausgehängt werden. Darin muss darauf hingewiesen werden, dass alle von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt gem. § 33 c GewO in Verbindung mit §§ 11 ff. SpielV zugelassenen Geldspielgerätebauarten und alle gewerblich betriebenen Geldspielgeräte die vorgeschriebenen Anforderungen erfüllen. 

Der betreffende Aushang (siehe Anlage auf Seite 135) erhält vorangestellt den ausdrücklichen Hinweis hervorgehoben wie folgt: „Die sich in der Spielpraxis ergebende Quote hängt unter an-derem von der Mathematik der einzelnen Spiele und vom Spielverhalten bzw. den Strategien der Spielerinnen und Spieler ab. Wir weisen besonders darauf hin, dass alle möglichen Spielergeb-nisse immer und bei jedem Durchgang vom Zufall abhängig sind.“ (die Worte „Zufall abhängig“ sind textlich hervorgehoben). 

Die Spielautomaten mit Geldgewinnmöglichkeiten in gewerblichen Spielstätten sind bei Gewin-nen wie Verlusten streng geregelt. Die entsprechenden gesetzlichen Vorgaben in der Spielver-ordnung wurden zuletzt jedoch wieder geändert. In der aktuellen Version (Stand 08.12.2014) wurden Gewinn- sowie Verlustbeträge sowie Spielzeiten erneut eingeschränkt. Alle von der Phy-sikalisch-Technischen Bundesanstalt zugelassenen Geldspielgerätebauarten und alle gewerblich betriebenen Geldspielgeräte hatten bislang folgende Kriterien zu erfüllen: Der Geldeinsatz betrug in 5 Sekunden max. 20 Cent und der Gewinn höchstens 2,00 €. Die Summe des Aufwandes be-lief sich im Verlauf einer Stunde auf max. 80,00 €. Im langfristigen Durchschnitt waren 33,00 € je Stunde zulässig. In der Praxis konnte der Stundenaufwand des Spielgasts gemäß einer Studie des Fraunhofer Instituts mit rund 10,89 € ermittelt werden. 

Nunmehr bestimmt die Spielverordnung in § 13 insbesondere: 

– Bei einer Verlängerung des Abstandes zwischen zwei Einsatzleistungen über 5 Sekunden hinaus bis zu einer Obergrenze von 75 Sekunden darf der Einsatz um höchstens 0,03 Euro je volle Sekunde erhöht werden; bei einer Verlängerung des Abstandes zwischen zwei Ge-winnauszahlungen über 5 Sekunden hinaus bis zu einer Obergrenze von 75 Sekunden darf 

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der Gewinn um höchstens 0,30 Euro je volle Sekunde erhöht werden. Darüber hinausgehen-de Erhöhungen von Einsatz und Gewinn sind ausgeschlossen. 

– Die Summe der Verluste (Einsätze abzüglich Gewinne) darf im Verlauf einer Stunde 60,00 € nicht übersteigen. 

– Die Summe der Gewinne abzüglich der Einsätze darf im Verlauf einer Stunde 400,00 € nicht übersteigen. Jackpots und andere Sonderzahlungen jeder Art sind ausgeschlossen. 

– Nach 1 Stunde Spielbetrieb legt das Spielgerät eine Spielpause von mindestens 5 Minuten ein, in der keine Einsätze angenommen und Gewinne gewährt werden. 

– Nach 3 Stunden Spielbetrieb legt das Spielgerät eine Spielpause ein, in der es für mindes-tens 5 Minuten in den Ruhezustand versetzt wird; zu Beginn des Ruhezustandes sind die Geldspeicher zu entleeren und alle Anzeigeelemente auf die vordefinierten Anfangswerte zu setzen. 

– Die Speicherung von Geldbeträgen in Einsatz- und Gewinnspeichern ist bei Geldannahme vom Spieler in der Summe auf 10,00 € begrenzt. Höhere Beträge werden unmittelbar nach der Aufbuchung automatisch ausgezahlt. Eine Bedienvorrichtung für den Spieler, mit der er vorab einstellen kann, dass aufgebuchte Beträge unbeeinflusst zum Einsatz gelangen, ist unzulässig. Jeder Einsatz darf nur durch unmittelbar zuvor erfolgte gesonderte physische Be-tätigung des Spielers ausgelöst werden. Es gibt eine nicht sperrbare Bedienvorrichtung zur Auszahlung, mit der der Spieler uneingeschränkt über die aufgebuchten Beträge, die in der Summe größer oder gleich dem Höchsteinsatz, verfügen kann. 

Die alten Maximalbeträge und -Verluste gelten aber noch weiterhin fort, wenn das aufgestellte Spielgerät vor dem 10.11.2014 seine Zulassung erfahren hat. Insofern gilt eine Übergangsfrist nach § 20 Abs. 2 Spielverordnung. Betroffene Geräte dürfen noch gemäß ihres Zulassungsbele-ges bis zum 10.11.2018 weiter betrieben werden. Sozialkonzept | Seite 37 

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4.2 Aufklärungspflichten nach § 7 1. GlüÄndStV 

Nach den einschlägigen Vorschriften des 1. GlüÄndStV haben die Spielhallenbetreibenden unter anderem zu beachten: 

§ 7 Aufklärung 1. GlüÄndStV 

(1) Die Veranstalter und Vermittler von öffentlichen Glücksspielen haben den Spielenden vor der Spielteilnahme die spielrelevanten Informationen zur Verfügung zu stellen sowie über die Sucht-risiken der von ihnen angebotenen Glücksspiele, das Verbot der Teilnahme Minderjähriger und Möglichkeiten der Beratung und Therapie aufzuklären. 

Als spielrelevante Informationen kommen insbesondere in Betracht: 

– alle Kosten, die mit der Teilnahme veranlasst sind, 

– die Höhe aller Gewinne, 

– wann und wo alle Gewinne veröffentlicht werden, 

– der Prozentsatz der Auszahlungen für Gewinne vom Einsatz (Auszahlungsquote), 

– Informationen zu den Gewinn- und Verlustwahrscheinlichkeiten, 

– der Annahmeschluss der Teilnahme, 

– das Verfahren, nach dem der Gewinn ermittelt wird, insbesondere die Information über den Zufallsmechanismus, der der Generierung der zufallsabhängigen Spielergebnisse zugrunde liegt, 

– wie die Gewinne zwischen den Gewinnenden aufgeteilt werden, 

– die Ausschlussfrist, bis wann Gewinnende Anspruch auf ihren Gewinn erheben müssen, 

– der Name der Erlaubnisinhaberin/des Erlaubnisinhabers sowie die Kontaktdaten (Anschrift, E-Mail, Telefon), 

– die Handelsregisternummer (soweit vorhanden), 

– wie die Spielenden Beschwerden vorbringen können und 

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– das Datum der ausgestellten Erlaubnis. 

Konkret für die betreffende Erlaubnis werden benannt: 

Erlaubnisinhaber: Pratsch Automaten GmbH 

Gesetzliche Vertreter: Frau Dr. Regina Bolanz und Adrian Bolanz 

Anschrift: Rimsinger Weg 16, 79111 Freiburg i. Br. 

E-Mail: info@pratsch.biz 

Telefon: 0761 456261 0 

HRB: 2297 AG Freiburg 

Datum Erlaubnis: 15.07.2011 (§ 33 i GewO) 

Hallenleitung: Herr Martin Stern 

Stellvertretung: Frau Gisela Reinbold 

Sozialkonzeptbeauftragte: Frau Kate Doyle, Ursula Mokros, Alena Bolanz und Adrian Bolanz 

Spielende und Behörden müssen leichten Zugang zu diesen Informationen haben. Die Spielerin oder der Spieler können am Halleneingang leicht sichtbar die benannten Informationen zur Kenntnis nehmen. 

Beschwerden können jederzeit beim Personal, an Terminals oder schriftlich per Einwurf in den Hallenkasten angebracht werden (siehe Anlagen Seite 157). 

4.3 Suchtrisiken des jeweiligen Angebots 

Der Spielgast muss über die Suchtrisiken aufgeklärt werden. Es soll vor allem ein „Spiel mit Ver-nunft“ sein, d. h. seine Entwicklung und das eigene Spielverhalten im Griff zu haben. Daher sollte sich der Gast eigene Regeln aufstellen, mit denen er sein Verhalten jederzeit überprüfen kann. 

Beispiele für eigene Regeln: 

Wichtig ist, sich vor dem Spielbeginn ein Budget einzuplanen. Falls möglich, den Geldbeutel im Fahrzeug oder zu Hause lassen. Somit behält man die Übersicht. Dies gilt auch für Kredit- oder EC-Karten. Diese dürfen gesetzlich zwar ab dem 01.01.2013 nicht mehr in Spielhallen zur Bar-geldabhebung genutzt werden, aber der Bezug zu einer in der Nähe liegenden Bank ist trotzdem gegeben. 

Weiter auf Freizeit- und Familienaktivität achten. Diese sollte nicht durch massive Spielhallenbe-suche beeinträchtigt werden. Nicht nach einem Verlust versuchen, diesen durch einen erneuten Einsatz wieder zurückzugewinnen. Sozialkonzept | Seite 39 

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Die Spielenden sollen den Anhang über die Gewinn- und Verlustrisiken beachten und auf dem Gerät die Spielanweisungen und Piktogramme verinnerlichen (siehe Kap. 4.8.3 auf Seite 44), während des Aufenthaltes regelmäßig Pausen machen und sich dabei fragen, ob man für den heutigen Tag nicht schon genug gespielt hat. Das Spiel darf nicht fremd finanzieren werden oder Gegenstände verkaufen werden, um weiterspielen zu können. Es ist rechtzeitig Kontakt zu einer in der Spielhalle genannten, regionalen Beratungsstelle oder zum Personal aufzunehmen. Auf den Spaßfaktor und die Unterhaltung ist immer zu achten. Falls das Spiel durch Nervosität, Ag-gression und Angst geprägt wird, sollte sich der Gast an eine Servicekraft oder an eine regionale Stelle wenden. Eine Beratungsstelle kann auch anonym telefonisch kontaktiert werden. 

Direkt an den Automaten ist standardmäßig das Doppelpiktogramm „Jugendschutz/ Spielverhal-ten – Übermäßiges Spiel ist keine Lösung bei persönlichen Problemen“ angebracht (siehe Anla-gen auf Seite 139). Diese von der Industrie vorgegebene Grundinformation wird als hinsichtlich des Suchtpotentials des Spieleangebotes als nicht ausreichend gesehen. Daher sind durch zahl-reiche Flyer, Stecker und weitere Informationspiktogramme direkt in der Nähe der Automaten gut sichtbar exponiert (Infobrett, siehe Anlagen auf Seite 157), die eine noch deutlichere Ansprache und Aufklärung für den Gast gewährleisten. Ausdrücklich werden insbesondere Formulierungen verwendet wie: 

– „Spielen an Automaten kann süchtig machen.“ + „Glücksspiel kann süchtig machen“ (siehe Anlagen auf Seite 213) 

– „Macht’s noch Spass?“ (siehe Anlagen auf Seite 149) 

– „Spiellust? Schauen Sie hin! Sprechen Sie darüber! Wir hören zu. (siehe Anlagen auf Seite 155 f.) 

– „21+“ Einlasspiktogramm (siehe Anlagen auf Seite 159) 

– „Gewinnphase – Verlustphase“ Darstellung einer Suchtentwicklungseskalationsleiter (siehe Anlagen auf Seite 161) 

– „Spiel mit Vernunft – SPIEL ALKOHOLFREI“ (siehe Anlagen auf Seite 163) 

4.4 Altersgrenzen für Aufenthalt und Teilnahme 

Einlass erfolgt freiwillig abweichend von § 43 Abs. 1 S. 1 LGlüG-BW erst ab 21 Jahren. Die In-formation (siehe Anlage auf Seite 159) ist grundsätzlich am Haupteingang an jeder Türe zu fin-den. Weiter wird durch die Grenznähe zu Frankreich auch für die französischen Kunden auf das Sozialkonzept | Seite 40 

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Mindestalter hingewiesen (siehe Anlage auf Seite 137). Der Hinweis auf das Alter ist zudem in-formationshalber in der Spielhalle ausgelegt, beim Infoterminal an der Theke. Auch hängen Hin-weise im Spielbereich aus (siehe Anlage auf Seite 141 ff.). 

Unbeschadet davon ist der Einlass unter gar keinen Umständen gesetzlich Minderjährigen unter 18 Jahren erlaubt. Dies ist durch Einlasskontrollen sicherzustellen, bei denen die Personalien der Gäste festgestellt werden. 

4.5 Zwingender Sperrdateiabgleich zur Sicherstellung des Ausschlusses gesperrter Spieler (Übergangslösung) 

Es wird vor dem Betreten der Halle eine sorgfältige Sicht- und Eingangskontrolle vorgenommen, um z. B. die Selbstsperrung von Betroffenen zu überwachen: 

Eines von mehreren Instrumenten des Spielerschutzes ist die Sperrung von Spielenden, welche gefährdet sind, pathologisches Spielverhalten zu entwickeln. Optimalerweise kann dies bereits frühzeitig greifen, falls eine gewisse auf Indizien rückführbare Erkennbarkeit anzunehmen ist. Eine Sperre bedeutet, dass der betroffenen Person auf eigenen Wunsch für einen vorher defi-nierten Zeitraum der Zugang zu einer Spielhalle verwehrt wird, um sie vom Spielbetrieb auszu-schließen. Sinn dieser Maßnahme ist es, die betroffene Person in der Durchsetzung ihres Wun-sches nach Spielabstinenz zu unterstützen. Es gibt derzeit keine gesetzliche Grundlage für ein deutschlandweites oder konkret auf Baden-Württemberg bezogenes Sperrverfahren einschließ-lich Sperrdatei und zuverlässige Identifizierungsverfahren von gesperrten Spielenden. Daher gelten jeweils die spezifischen Regelungen der Bundesländer. 

Gemäß § 43 Abs. 2 S. 3 Nr. 3 LGlüG-BW war der Spielhallenbetreiber bis zum Urteil des Verfas-sungsgerichtshof Baden-Württemberg zunächst verpflichtet, Anträge auf Selbstsperre vorzuhal-ten; Anträge auf Fremdsperre waren vom Gesetz von vorneherein nicht erfasst. Des Weiteren bestand im Zusammenhang mit §§ 45, 4 Abs. 3, 9 Abs. IV LGlüG-BW die Pflicht Entgegennahme der ausgefüllten Anträge auf Selbstsperren sowie zur unverzüglichen Weiterleitung derselben an die mit der Durchführung des staatlichen Glücksspiels nach § 9 Abs. 4 LGlüG-BW beauftragte juristische Person mithin an die Staatliche Toto-Lotto GmbH Baden-Württemberg mit Sitz in der Nordbahnhofstraße 201 in 10191 Stuttgart. Nunmehr wurde mit Wirkung zum 02.12.2015 das LGlüG-BW insoweit angepasst, dass Spielersperren in der Form der Eigensperre ausdrücklich nach einem festgelegten Verfahren gemäß dem neuen § 45 LGlüG-BW möglich und vorge-schrieben sind. 

Eine zentral geführte Sperrdatei – sowohl für Bund oder Land – lässt weiterhin auf sich warten, sodass die Spielersperren betriebsintern auf Grundlage des § 45 Abs. 3 LGlüG-BW in einer ver-Sozialkonzept | Seite 41 

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schlüsselten Sperrdatei unter Speicherung der gesetzlichen aufgeführten Datenerhebungsbefug-nisse abgelegt und vorgehalten werden. Diese Datei gewährleistet im Rahmen ihrer Nutzung die Kontrolle der Spielersperren für den Standort. Diese Lösung wird bis zum Übergang auf eine zentralisierte Sperrdatei im Unternehmen bzw. für den Standort etabliert. Die Betriebsinterne Sperrliste ist als Muster hier beigefügt (siehe Anlagen auf Seite 210). 

Gemäß gängiger Praxis wird die Kontrolle auf mögliche gesperrte Spieler nunmehr beim Einlass aber auch im Objekt vorgenommen (§ 43 Abs. 1 LGlüG-BW). 

4.6 Anträge auf Selbstsperren, Hausverbot und Spieleverbot 

Die offene und gut sichtbare Auslage der Anträge auf Selbstsperren erfolgt an 2 Stellen im Be-reich der Theke und am Eingang. Die entsprechenden Formulare finden sich in der Anlage auf Seite 193 ff. Die Formulare wurden nach der ergangenen Gesetzesänderung zum 02.12.2015 entsprechend den neu gesetzten Bedingungen durch den jetzigen Verfassungsgerichtshof Ba-den-Württemberg überarbeitet. Solange die Übergangsfristen für Mehrfachkonzessionen (im baulichen Verbund gem. § 42 Abs. 2 LGlüG-BW) noch gelten oder entsprechender Fortbetrieb per Härtefallerlaubnis (§ 51 Abs. 5 S. 1 LGlüG-BW) genehmigt wird, sind wenigstens einjährige Eigensperren möglich immer für den gesamten Standort (§ 45 Abs. 1 S. 1 u. 2 LGlüG-BW). Die Sperre gilt demzufolge streng ortsbezogen für alle Hallen eines Betreibers, also wenn insbeson-dere mehrere Spielhallen an einem Standort durch denselben Betreiber unterhalten werden. Hierbei wird man in der Regel auf die Einheit des Gebäudes abzustellen haben. Es wurden zu-dem Standardbestätigungsschreiben (§ 45 Abs. 2 S. 5 LGlüG-BW), Aufhebungsschreiben (als Formular) sowie hierauf Bezug nehmende Bestätigungsschreiben (§ 45 Abs. 2 S. 3 LGlüG-BW) hinzugefügt, welche das Fallmanagement für Spielerschutzfälle noch weiter vereinheitlichen und verbessern. 

Als minderschweren Eingriff in die Selbstbestimmung des spielenden Gastes hat die Betreiberin ein einfaches Spielverbot als Ersatz für den Fall vorgesehen, dass eine sog. Fremdsperre nach dem LGlüG-BW nicht möglich ist und im Einzelfall ein auffälliger Gast zielgerichteten Anregun-gen in Richtung Eigensperre beharrlich nicht nachkommen möchte. Auch hierfür wurde ein ent-sprechendes Formular (siehe Anlage auf Seite 207) entwickelt, um unterhalb eines Hausverbo-tes eine privatrechtliche Möglichkeit zu haben, auffällige oder pathologische Spielerinnen oder Spieler vor Schaden zu bewahren. Das Formular ist allerdings neben dem Verbotsgehalt darauf gerichtet, dass parallel auf die Wahrnehmung von Hilfeangeboten hingewiesen und beraten wird. 

Bei Fällen, welche in nicht vorhersehbarer Weise zu eskalieren drohen, kann weiterhin von der Betreiberin auch als letztes Mittel auf ein privatrechtliches Hausverbot zurückgegriffen werden, wenn insgesamt unangemessenes Verhalten gegenüber Gästen oder dem Personal hinzutreten Sozialkonzept | Seite 42 

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und neben der betroffenen Person auch Dritte gefährdet werden oder gemäß entsprechender Prognose gefährdet werden könnten. Ein Formular hierfür wird bereitgestellt. Diese Maßnahme ist ausdrücklich nicht alternativ zu einer Spielersperre anwendbar, sondern bei entsprechender Zweckmäßigkeit rein flankierend oder im Einzelfall selbständig, wenn das Verhalten eines Gas-tes nicht hauptursächlich z. B. durch übermäßiges Spiel Anlass für einen Hausverweis gegeben hat. Die Entscheidung hierüber trifft die Geschäftsleitung soweit erforderlich im Benehmen mit den Spielschutzbeauftragten und der Hallenleitung. 

Die Anlage auf Seite 209 wurde demgemäß um die hier erwähnten Formschreiben erweitert, um die gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen. 

4.7 Selbsttests 

Der Umgang mit den Selbsttestformularen richtet sich nach den hier aufgeführten weiteren Un-terpunkten. 

4.7.1 Selbsttests für Gäste 

Ein Infoterminal hängt in jeder Halle, an dem der Spielgast (neben unternehmensbezogenen Informationen) einen Selbsttest durchführen kann. Hinweise oder Auffälligkeiten im Hinblick auf ein mögliches Krankheitsbild können hiermit ermittelt werden. Danach kann zielgerichtet auf wei-terführende Beratungsangebote und Stellen verwiesen werden. Der Selbsttest wird in 16 ver-schiedenen Sprachen vorgehalten (siehe Anhang auf Seite 99 ff.). 

Weiter wurde eine Handy-App für Selbsttests entwickelt. Diese basiert auf der Papierform und wurde weiter mit den regionalen Beratungsstellen gefüllt. Der Gast hat die Möglichkeit sein Er-gebnis und die Auflistung der Beratungsstellen per E-Mail zu erhalten (siehe Anlage auf Seite 97 f.). 

Die Selbsttestformulare stellen wir bis auf Weiteres in unseren Hallen noch weiterhin zur Verfü-gung, um letztlich in der rechtlich derzeit noch unübersichtlichen Situation dem Gast die Möglich-keit zu bieten, über sein Spielverhalten in Ruhe Auskunft zu geben, woraufhin dann die gezielte Vermittlung zu den regionalen Hilfestellen anschließen kann. Ein darüberhinausgehender Zweck wird ausgeschlossen. Sozialkonzept | Seite 43 

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4.7.2 Auslage von Flyern zur Überprüfung des eigenen Spielverhaltens 

Gemäß § 6 Abs. 4 SpielV liegen im Rahmen des aktiven Spielerschutzes in jeder Spielstätte Fly-er z. B. mit dem Titel „Wenn’s aufhört, Spaß zu machen“ mit einem Selbsttest für den Spielgast aus. Innerhalb weniger Minuten kann jeder Spielgast anhand des Tests herausfinden, ob er unter Umständen dabei ist, ein problematisches Spielverhalten zu entwickeln.35 (siehe Anlage auf Sei-te 141 ff.) 

35 Quelle: Uni Bremen, Prof. Dr. Gerhard Meyer, Boris Dyckow, Bremen 2005. 

4.8 Gestaltung der Räumlichkeiten 

Laut § 26 Abs. 1 1. GlüÄndStV, § 44 Abs. 1 und 3 LGlüG-BW müssen die Räumlichkeiten, wie nachfolgend beschrieben, gestaltet sein. 

4.8.1 Zugangsbeschränkung am Eingang 

Am Eingang wird durch Aufkleber, Piktogramme o. Ä. deutlich auf die Aufenthaltsbeschränkung für Personen unter 21 Jahren hingewiesen (Jugendschutz) siehe Anlage auf Seite 159 und 137. 

4.8.2 Aushang des Gesetzesauszugs zum Schutze der Jugend (JuSchG) 

Das Jugendschutzgesetz wurde zum per 03.03.2016 aufgrund des regelungsbedürftigen Um-gangs mit Tabakersatzwaren geändert. Ein aktualisierter Auszug aus dem Jugendschutzgesetz (JuSchG vom 23.07.2002, BGBl. Bd. I, S. 2730, zuletzt geändert durch Artikel 1 Gesetzes vom 03.03.2016, BGBl. Bd. I S. 369) wird danach gut sichtbar in der Nähe des Eingangs ausgehängt (siehe Anlage auf Seite 133). Sozialkonzept | Seite 44 

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4.8.3 Aushang über Informationen zum Spielablauf an Geldspielgeräten 

Die Informationen zum Spielablauf an Geldspielgeräten gem. §§ 33 c GewO, 13 SpielV – Aufklä-rungspflicht gemäß § 7 Erster Glücksspieländerungsstaatsvertrag sind gut sichtbar neben dem Jugendschutzgesetz ausgehängt. Es wird darauf hingewiesen, dass alle von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt gem. § 33 c GewO in Verbindung mit §§ 11 SpielV ff. zugelassenen Geldspielgerätebauarten und alle gewerblich betriebenen Geldspielgeräte nachfolgende Anforde-rungen erfüllen: 

– Der Geldeinsatz beträgt in fünf Sekunden maximal 20 Cent und der Gewinn höchstens 2 € (§ 13 Abs. 1 Nr. 1 SpielV). 

– Die Summe des Aufwandes (Einsätze abzüglich Gewinne) im Verlauf einer einzelnen Stunde kann 80,00 € nie übersteigen (§ 13 Abs. 1 Nr. 3 SpielV). 

– Die Summe der Gewinne abzüglich der Einsätze im Verlauf einer Stunde ist auf 500,00 € begrenzt (§ 13 Abs. 1 Nr. 4 SpielV). 

– Bei längerfristiger Betrachtung darf durchschnittlich kein höherer Betrag als 33,00 € je Stunde in der Kasse verbleiben (§ 12 Abs. 2a SpielV). Gemäß einer Studie des Fraunhofer Instituts sind es in der Praxis durchschnittlich unter 11,00 €. 

– Die Spielverordnung gibt keine Auszahlquote vor. Die sich in der Spielpraxis ergebende Quo-te hängt u. a. von der Mathematik der einzelnen Spiele und vom Spielverhalten bzw. den Spielstrategien der Spieler ab. Gemäß der bis 31.12.2005 geltenden 4. Verordnung zur Än-derung der SpielV belief sich die Mindestauszahlquote auf 60 % der durch den jeweils gel-tenden Umsatzsteuersatz verringerten Einsätze. Heute liegt die Mindestauszahlquote in der Praxis durchschnittlich deutlich höher. 

– Die am Gerät dargestellten Gewinnaussichten dürfen zu keinem Zeitpunkt einen Gegenwert von 1.000,00 € übersteigen. Die Gewinnchancen werden an den Geldspielgeräten je nach Typ aber meist in dem oberen Monitor angezeigt. Zum Teil hat der Spielgast die Möglichkeit, bei Crown-Geräten das Spiel auf den oberen Monitor zu schalten (Flip). In diesem Moment wird der Gewinnplan auf dem unteren Monitor eingeblendet. 

Folgende Informationen stehen auf dem firmeneigenen Flyer: 

– Der Maximaleinsatz für 5 Sekunden Spiel beträgt 0,20 €. 

– Der Maximalgewinn bei 5 Sekunden Spiel beträgt 2,00 €. 

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– Der durchschnittliche Maximalverlust in der Stunde beträgt 33,00 €. 

– Der Maximalverlust pro Stunde beträgt 80,00 €. 

– Der maximale Gewinn in der Stunde beträgt 500,00 €. 

– Des Weiteren besteht eine Einzahlgrenze. Der Geldspeicher kann die Summe von 25,00 € nicht übersteigen. 

Hier gilt die Neuregelung gemäß der 7. Änderungsverordnung zur Spieleverordnung zum 10.11.2014 mit der Übergangsfrist nach § 20 Abs. 2 Spielverordnung bis zum 10.11.2018. Auf-grund der gesetzlichen Abschreibungsregelungen für Spielgeräte wurden die 3 Jahre aus der 6. Änderungsverordnung nochmals um 1 Jahr auf 4 Jahre nach dem Inkrafttreten verlängert, so-dass die neuen Vorgaben insbesondere für die Gewinn- und Verlustbeträge nach § 13 Spielver-ordnung regelmäßig erst ab Ende 2018 für die entsprechenden Neugeräte verpflichtend wer-den.36 

36 S. BT-Drucks. 471/14 S. 3 A.I. 2. Abs. 

Die neuen Vorgaben (siehe Kap. 4.1 auf Seite 35) sind unter anderem: 

– Der Maximalverlust pro Stunde beträgt 60,00 €. 

– Der maximale Gewinn in der Stunde beträgt 400,00 €. 

– Des Weiteren besteht eine Einzahlgrenze. Der Geldspeicher kann die Summe von 10,00 € nicht übersteigen. 

– Keine Auto- Taste, d.h. jedes Spiel muss von dem Gast physikalisch angestoßen werden. 

– Nach drei Stunden Spielbetrieb legt das Gerät ein 5 minütigen Ruhezustand ein. Dabei wird der Geldspeicher geleert. 

– Spieleinsatz darf nur in Euro oder Cent erfolgen. Es gibt kein Punktespiel. 

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4.8.4 Suchtpräventives Raumdesign 

Ergänzend zu den genannten gesetzlichen Verpflichtungen wird in den Spielhallen der Unter-nehmensgruppe Pratsch auch das Raumdesign an suchtpräventiven Aspekten ausgerichtet. Da-bei werden bei Einrichtung und Betrieb der Spielstätten insbesondere folgende Aspekte beach-tet: 

  • Helle, tageslichtdurchflutete Räume (§ 44 Abs. 3 S. 2 LGlüG-BW) sollen nicht nur für eine insgesamt freundliche Atmosphäre der Spielstätte sorgen, sondern sind vielmehr ein wesentlicher Faktor zur Verhinderung problematischen Spielverhaltens: Denn Spielhallen mit hohem Tageslichteinfall ermöglichen eine intensivere Zeitwahrnehmung und vermin-dern damit das Risiko einer sich verstetigenden Absorption im Spiel. Dies wird konkret vor Ort gewährleistet. 
  • • Bei der räumlichen Anordnung der Uhren (§ 44 Abs. 3 S. 1 LGlüG-BW) wird beachtet, dass der Spielende von jedem einzelnen Geräteplatz jederzeit die aktuelle Uhrzeit erken-nen kann – zur besseren Wahrnehmung sind ausreichend große Uhren zu installieren (Durchmesser ca. 50 cm). 
  • • Bei der raumarchitektonischen Gestaltung der Spielhalle wird auf die Einrichtung spielfreier Rückzugsräume geachtet: Großzügig gestaltete Foyers und Loungebereiche ermöglichen zum einen das generelle Abstandnehmen vom Spiel und vermindern zum anderen das Risiko des pathologischen, visuellen Mitspielens bei anderen Spielern (sog. „Trockenspielen“). 
  • Einrichtung und Mobiliar der Spielhallen werden auf einem anspruchsvoll gehobenen Niveau gehalten. Denn ungepflegte und minderausgestattete Spielräume begünstigen entsprechend der sog. „Broken-Windows-Theorie“ negative Rückkopplungen zwischen Mensch und Raum und erhöhen das Risiko daraus resultierender Spieleskalationen. Ein positives Raumambiente ermöglicht dagegen eine konstruktive Interaktion zwischen Gäs-ten und räumlicher Umgebung. 
  • • Durch eine defensiv anspruchsvolle Fassadengestaltung wird das Gebot zum Mini-malanreiz nach §§ 26 Abs. 1 1. GlüÄndStV, 44 Abs. 1 LGlüG-BW berücksichtigt, indem sich gefährdete Personen durch eine zurückhaltende, spielneutrale sowie werbefreie Au-ßenansicht nicht zusätzlich, anpreisungsmäßig zum Spiel animiert fühlen. Vielmehr wird vorhandene Außenfläche dafür genutzt, dass über örtliche Hilfeeinrichtungen (z. B. SmV g.e.V. und andere regionale Beratungsstellen) informiert wird (siehe Anhang auf Seite 165). 

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4.9 Jugend- und Spielerschutz in der Werbung, insbesondere Einhaltung gesetzlicher Vorschriften 

Die Einhaltung des Jugend- und Spielerschutzes wird vor Ort in erster Linie durch das Personal und die Hallenleitung vorgenommen. Diese sind speziell nach den gesetzlichen Vorschriften ge-schult und handeln überdies nach Weisung der Geschäftsleitung und in Zusammenarbeit mit den unterstützenden Stellen. 

Die exakte Umsetzung der relevanten Vorschriften des Jugendschutzes nach JuSchG sowie dem 1. GlüÄnStV mit den weiteren Bestimmungen des LGlüG-BW wird im Hallenbetrieb vorausgesetzt. Alle Beteiligten haben insbesondere die Beschränkungen nach Sperre einer Spielerin/eines Spie-lers zu berücksichtigen und entsprechend im Verbund mit dem Sicherheitspersonal den Zugang zu verweigern bzw. fürsorglich das Verweilen in der Halle zu unterbinden. 

Dabei ist vor allem der Katalog nach §§ 21 Abs. (5), 22 Abs. (2), 20 Abs. (2), 4 Abs. (3) u. (4) 1. GlüÄndStV buchstabengemäß zu beachten. 

Die Vorschriften lauten im Einzelnen: 

§ 4 (3) Das Veranstalten und das Vermitteln von öffentlichen Glücksspielen darf den Erforder-nissen des Jugendschutzes nicht zuwiderlaufen. Die Teilnahme von Minderjährigen ist un-zulässig. Die Veranstalter und die Vermittler haben sicherzustellen, dass Minderjährige von der Teilnahme ausgeschlossen sind. Testkäufe oder Testspiele mit minderjährigen Perso-nen dürfen durch die Glücksspielaufsichtsbehörden in Erfüllung ihrer Aufsichtsaufgaben durchgeführt werden. 

(4) Das Veranstalten und das Vermitteln öffentlicher Glücksspiele im Internet ist verboten. 

§ 20 (2) Gesperrte Spieler dürfen am Spielbetrieb in Spielbanken nicht teilnehmen. Die Durch-setzung des Verbots ist durch Kontrolle des Ausweises oder eine vergleichbare Identitäts-kontrolle und Abgleich mit der Sperrdatei zu gewährleisten. 

§ 21 (5) Gesperrte Spieler dürfen an Wetten nicht teilnehmen. Die Durchsetzung des Verbots ist durch Kontrolle des Ausweises oder eine vergleichbare Identitätskontrolle und Abgleich mit der Sperrdatei zu gewährleisten. 

§ 22 (2) Gesperrte Spieler dürfen an Lotterien der in § 10 Abs. 2 genannten Veranstalter, die häufiger als zweimal pro Woche veranstaltet werden, nicht teilnehmen. Die Durchsetzung dieses Verbots ist durch Kontrolle des Ausweises oder eine vergleichbare Identitätskontrol-le und Abgleich mit der Sperrdatei zu gewährleisten. Sozialkonzept | Seite 48 

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Es gilt danach lediglich – konkret auf Spielhallen gefasst – zu beachten, dass nach § 2 Abs. (2) 1. GlüÄndStV für Spielhallen nur die §§ 1 bis 3, 4 Abs. (1), (3) und (4), §§ 5 bis 7 sowie die Vor-schriften des Siebten und Neunten Abschnitts des 1. GlüÄndStV gelten. 

Das LGlüG-BW verpflichtet darüber hinaus den/die Konzessionsinhaber/-in dazu, darauf zu ach-ten, dass sich keine gesperrten Spielenden in der Halle aufhalten, und bestimmt insbesondere in § 43 LGlüG-BW weitere Vorgaben hinsichtlich der Ausübung von Spielhallenbetrieben, die punktgenau zu beachten sind. In der aktualisierten Version des § 43 LGlüG-BW heißt es daher: 

§ 43 (1) Betreiber von Spielhallen haben dafür zu sorgen, dass sich in der Spielhalle keine Per-sonen unter 18 Jahren oder gesperrte Spielerinnen und Spieler aufhalten. Dies ist durch Einlasskontrollen sicherzustellen, bei denen die Personalien der Gäste festgestellt und mit der zentral geführten Sperrdatei nach Artikel 1 § 23 Absatz 1 Erster GlüÄndStV abgegli-chen werden. 

(2) Betreiber von Spielhallen sind verpflichtet, die Spielerinnen und Spieler zu verantwor-tungsbewusstem Spiel anzuhalten und der Entstehung von Spielsucht vorzubeugen. Dazu sind diese über die Gewinn- und Verlustwahrscheinlichkeiten, die Suchtrisiken der aufge-stellten Geldspielgeräte und der angebotenen anderen Spiele, das Verbot des Aufenthalts Minderjähriger in Spielhallen und Beratungs- und Therapiemöglichkeiten zu informieren. Erlaubnisinhaber haben ferner 

1. ein Sozialkonzept nach § 7 zu entwickeln und umzusetzen, 

2. einen Nachweis darüber zu erbringen, dass das Aufsichtspersonal der Spielhalle nach § 7 Absatz 2 geschult wurde, und 

3. Anträge auf Selbstsperren sowie Selbsttests offen und deutlich sichtbar auszulegen. 

(3) Das Aufstellen, die Bereithaltung oder der Betrieb von technischen Geräten zur Bar-geldabhebung ist nicht gestattet. Dasselbe gilt für die Leistung von Zahlungsdiensten ge-mäß § 1 Absatz 2 und 10 Nummern 4, 6 und 10 des Zahlungsdiensteaufsichtsgesetzes, ZAG vom 25. Juni 2009 (BGBl. I S. 1506). 

(4) Der Abschluss von Wetten sowie das Aufstellen und der Betrieb von Geräten, an denen die Teilnahme am Glücksspiel im Internet ermöglicht wird, oder deren Duldung sind in einer Spielhalle unzulässig. 

(5) Der Betrieb einer Schank- oder Speisewirtschaft ist in den Räumen einer Spielhalle während der Sperrzeit gem. § 46 unzulässig. 

Die Werbebeschränkung sind weiterhin auch speziell im LGlüG-BW geregelt, worauf wir achten. § 44 LGlüG-BW lautet daher: Sozialkonzept | Seite 49 

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§ 44 (1) Eine Spielhalle muss äußerlich so gestaltet sein, dass von ihr keine Anreize für die dort angebotenen Spiele ausgehen, keine Verharmlosung der angebotenen Spiele stattfindet und kein zusätzlicher Anreiz für den Spielbetrieb geschaffen wird. 

(2) Die Werbung für eine Spielhalle darf sich nicht an Minderjährige, von Spielsucht Ge-fährdete oder ähnliche Personengruppen richten. 

(3) In einer Spielhalle sind Uhren so anzubringen, dass sie von jedem Spielplatz aus ein-gesehen werden können. Es ist ferner für ausreichenden Einfall von Tageslicht und dafür zu sorgen, dass ein Einblick in die Spielhalle von außen möglich ist, wenn dies auf Grund der räumlichen Lage der Spielhalle nicht von vornherein ausgeschlossen ist. 

Demgemäß haben wir die Spielhalle auch so gestaltet wie vorgeschrieben. Es befinden sich die geforderten Uhren gut ablesbar in Sichtweise des jeweiligen Spielplatzes. 

Nach der letzten Gesetzesänderung basierend auf den Vorgaben des jetzigen Verfassungsge-richtshofes Baden-Württemberg mit Wirkung zum 04.12.2015 wurde eine wesentliche Änderung und Überarbeitung zur Thematik der Spielersperre in das LGlüG-BW eingearbeitet. § 55 LGlüG-BW lautet nunmehr: 

§ 45 (1) Betreiber von Spielhallen haben Spielerinnen und Spieler auf ihr Verlangen von der Teilnahme am Spiel in der Spielhalle auszuschließen, in der der Antrag gestellt wurde (Spielersperre). In den Fällen des § 42 Absatz 2 gilt Satz 1 für alle Spielhallen des Betrei-bers an dem Standort. Die Spielerinnen und Spieler haben hierzu ihre Identität nachzuwei-sen. Die Dauer der Spielersperre (Sperrfrist) beträgt mindestens ein Jahr. Der Betreiber teilt der Spielerin und dem Spieler die erfolgte Spielersperre, die Spielhallen, für die sie ausgesprochen wird, sowie den Zeitpunkt des Beginns der Spielersperre unverzüglich schriftlich mit. 

(2) Auf ausdrückliches schriftliches Verlangen der Spielerin oder des Spielers ist eine Spie-lersperre mit Wirkung für die Zukunft aufzuheben, wenn dem Betreiber die Bescheinigung über ein zuvor erfolgtes Beratungsgespräch bei einer in der Suchthilfe in Baden-Württemberg tätigen Einrichtung vorgelegt wird, in dem die Spielerin oder der Spieler über die Folgen einer Aufhebung der Spielersperre, über Spielsucht und über Möglichkeiten der Suchtbekämpfung und Suchtprävention aufgeklärt worden ist. Absatz 1 Satz 3 gilt entspre-chend. Der Betreiber teilt der Spielerin oder dem Spieler die erfolgte Aufhebung der Spie-lersperre und deren Beginn unverzüglich schriftlich mit. 

(3) Die Einhaltung datenschutzrechtlicher Vorgaben obliegt dem Betreiber. Es dürfen fol-gende Daten der Spielerinnen und Spieler verarbeitet und im Rahmen des § 43 Absatz 1 Satz 2 genutzt werden: Sozialkonzept | Seite 50 

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1. Familiennamen, Vornamen, Geburtsnamen, 

2. Aliasnamen, verwendete Falschnamen, 

3. Geburtsdatum, 

4. Geburtsort, 

5. Anschrift und 

6. Zeitpunkt des Beginns der Spielersperre, im Falle einer Aufhebung der Spielersperre deren Beginn. 

Daneben dürfen Dokumente, die die Spielerinnen oder Spieler zur Begründung ihres Ver-langens vorgelegt haben, mit ihrer Einwilligung gespeichert werden. Im Übrigen gelten die Vorschriften des Bundesdatenschutzgesetzes. 

Bezüglich des Jugendschutzes ist im Hallen- und Gaststättenbetrieb § 6 JuSchG zu beachten. Das Personal wird daher bereits per Arbeitsvertrag auch über mögliche Konsequenzen der Zu-widerhandlung gegen die gesetzlichen Vorschriften in einem separat zu unterzeichnenden An-hang informiert. Die Vorschrift lautet: 

§ 6 (1) Die Anwesenheit in öffentlichen Spielhallen oder ähnlichen vorwiegend dem Spielbe-trieb dienenden Räumen darf Kindern und Jugendlichen nicht gestattet werden. 

(2) Die Teilnahme an Spielen mit Gewinnmöglichkeit in der Öffentlichkeit darf Kindern und Jugendlichen nur auf Volksfesten, Schützenfesten, Jahrmärkten, Spezialmärkten oder ähn-lichen Veranstaltungen und nur unter der Voraussetzung gestattet werden, dass der Ge-winn in Waren von geringem Wert besteht. 

Weiterhin ist auf die Änderung zur Vergabe insbesondere von Tabakersatzwaren in elektroni-scher Form aufmerksam zu machen. Nach § 10 JuSchG. Diese Gesetzesänderung muss für-sorglich auch in einer Spielhalle beachtet werden, da entsprechende Gefährdungen auch dort potentiell bekämpft werden müssen. Die Regelung lautet: 

§ 10 (1) In Gaststätten, Verkaufsstellen oder sonst in der Öffentlichkeit dürfen Tabakwaren und andere nikotinhaltige Erzeugnisse und deren Behältnisse an Kinder oder Jugendliche we-der abgegeben noch darf ihnen das Rauchen oder der Konsum nikotinhaltiger Produkte gestattet werden. 

(2) In der Öffentlichkeit dürfen Tabakwaren und andere nikotinhaltige Erzeugnisse und de-ren Behältnisse nicht in Automaten angeboten werden. Dies gilt nicht, wenn ein Automat 

1. an einem Kindern und Jugendlichen unzugänglichen Ort aufgestellt ist oder 

2. durch technische Vorrichtungen oder durch ständige Aufsicht sichergestellt ist, dass Kinder und Jugendliche Tabakwaren und andere nikotinhaltige Erzeugnisse und deren Behältnisse nicht entnehmen können. 

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(3) Tabakwaren und andere nikotinhaltige Erzeugnisse und deren Behältnisse dürfen Kin-dern und Jugendlichen weder im Versandhandel angeboten noch an Kinder und Jugendli-che im Wege des Versandhandels abgegeben werden. 

(4) Die Absätze 1 bis 3 gelten auch für nikotinfreie Erzeugnisse, wie elektronische Zigaret-ten oder elektronische Shishas, in denen Flüssigkeit durch ein elektronisches Heizelement verdampft und die entstehenden Aerosole mit dem Mund eingeatmet werden, sowie für de-ren Behältnisse. 

Entsprechendes Infomaterial und Flyer liegen im Übrigen in der Spielhalle zur Einsicht und Mit-nahme aus (siehe Anhang auf Seite 141 ff.). 

4.10 System der Früherkennung und -intervention 

Ein System zur Früherkennung und -intervention muss im Unternehmen vorhanden und umge-setzt sein. Die Früherkennung beginnt beim geschulten Personal. Gemäß den vermittelten Schu-lungsinhalten (z. B. Rollenspiele, Erörterung von Erlebnisberichten, theoretische Weiterbildung, Auffrischungen etc.) zum Ansprechen und Herangehen an die auffällig erscheinende spielende Person wird im Hallenbetrieb die größtmögliche Nähe zur Früherkennung von verdächtigem oder pathologischem Spiel erreicht. Die dort gewonnenen Informationen werden über die zuständige Spielbeauftragte für die Halle gefiltert und verarbeitet und werden schließlich der Betreiberin auf Geschäftsführungsebene vorgetragen, um entsprechend angemessene operative Maßnahmen ergreifen zu können. Dabei ist die Betreiberin jederzeit darauf aus, am erlebten Fall zu wachsen und selbst dazuzulernen. 

4.10.1 Zugangskontrollen 

Im Casino Freiburg 1 werden die Gäste im Eingangsbereich mit Kundenleitbändern und einem Informationsschild zum Aufsichtspersonal geleitet. Hier wird eine Sicht- bzw. Ausweiskontrolle durchgeführt. Alle Vorgänge zu Spielerschutzmaßnahmen werden sorgfältig dokumentiert. Die Gäste werden sowohl vom Eingang der Humboldtstraße, den Treppenaufgang hoch, als auch vom Eingang der Löwenstraße her durch Kundenleitbänder zu einem Empfangstresen geführt. Der Gang in die Konzession ist durch Laufbänder verlängert, damit der Gast einen deutlich län-geren Weg gehen muss, um an ein Spielgerät zu gelangen. Der Gast wird auch an die Theke des Service Personals geführt, welches als letzte Instanz reagieren kann, falls der Gast bewusst einer Kontrolle ausweichen möchte. Sozialkonzept | Seite 52 

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4.10.2 Personenkreis 

Der Zutritt zur Spielhalle wird erst ab 21 Jahren gewährt (über gesetzliche Regelung der Volljäh-rigkeit hinausgehende Selbstverpflichtung); zudem wird die obligatorische (innerbetriebliche) Sperrdateikontrolle durchgeführt, bevor am Spielangebot teilgenommen werden kann. 

4.10.3 Kontrollsystem 

Es wird jederzeit Sichtkontrolle durch das Personal gehalten. Zu Stoßzeiten kann zusätzliches Sicherheitspersonal eingesetzt werden. Eigene Sperre spielhallenübergreifend durch Kontrolle über die Geburtsdaten (TT/MM/JJ). 

4.10.4 Fünf-Punkte-Check 

Nachdem die Gäste Zugang zum Innenbereich erhalten haben, ist durch unser insbesondere in Fragen der Suchterkennung geschultes Personal (siehe Kap. 6.6 auf Seite 76) sichergestellt, dass Personen, die ein problematisches Spielverhalten zeigen, erkannt, angesprochen und falls erforderlich auch in das Hilfesystem vermittelt werden. Zur organisatorischen, innerbetrieblichen Verankerung eines solchen Systems der Früherkennung und -intervention ist im Rahmen unse-rer sog. Präventionsspirale (siehe Anlage auf Seite 179) folgendes Maßnahmenspektrum vorge-sehen: 

Fünf-Punkte-Check: 

– Um die wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Suchterkennung im Alltag operativ anwenden zu können, wurde ein sog. Fünf-Punkte-Check (siehe Anlage auf Seite 177) mit fünf Diagnose-fragen entwickelt. Beantwortet eine Servicekraft in Bezug auf einen konkreten Gast drei die-ser Diagnosefragen positiv, dann ist das Vorliegen eines problematischen Spielverhaltens wahrscheinlich. Zur Vereinfachung und Gewährleistung der Praxistauglichkeit wurde die 10-Punkte-Einteilung (vgl. ICD-10 bzw. DSM-IV) hier verkürzt, um dem Personal eine erste klare Linie vorzugeben. 

– Teambesprechung 

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Um die Beobachtungen und Einschätzungen im Team reflektieren zu können, wendet sich die beobachtende Servicekraft hiernach an die anderen Servicekräfte und an die leitende Servicekraft, um ggf. weitere Beobachtungen und Informationen zum konkreten Gast abglei-chen zu können. Dabei sollen auch die Möglichkeiten des weiteren Vorgehens besprochen und insbesondere geeignete Ansprachemöglichkeiten diskutiert werden. 

– Auswahl der ansprechenden Servicekraft 

– Ebenfalls im Team soll danach die zur Ansprache des Kunden am besten geeignete Service-kraft ausgewählt werden. Neben den individuellen Fähigkeiten der Servicekraft sollen dabei u. a. Herkunft und Geschlecht des Gastes Beachtung finden. Sofern im Team kein Konsens über die am besten geeignete Servicekraft erzielt werden kann, nimmt die leitende Service-kraft die Auswahl vor oder handelt selbst. 

– Konzentrationsphase 

Die zur Ansprache des Kunden ausgewählte Servicekraft soll hiernach ihre Konzentration vollumfänglich auf den Gast ausrichten, um die bestmögliche Situation zum Einstieg in das Präventionsgespräch zu finden. Dabei sind u.a. die Stimmung des Gastes sowie eine ortsbe-zogene Diskretion zu beachten. 

– Durchführung des Präventionsgesprächs 

Das konkrete Präventionsgespräch wird von der Servicekraft unter Anwendung der in den Schulungen erworbenen Kenntnisse geführt (siehe Kap. 5.4.1.2 auf Seite 68 ff.). Dabei wird der Gast u. a. über die Gefahren der Spielautomaten informiert. Weiterhin erhält er Informati-onsmaterial und Selbsttest – möglichst in der Muttersprache – sowie die Möglichkeit, sich sperren zu lassen. Darüber hinaus erhält der Gast Informationen über sowohl regionale als auch bundesweite Beratungsstellen. 

– Vermittlung an die örtliche Präventionsstelle 

Idealerweise gelingt es der Servicekraft, eine Akzeptanz für ein weiterführendes Gespräch mit einer externen Präventionsstelle zu erzielen. Sofern vom Gast mitgetragen, wird noch in der Spielhalle auf Veranlassung der Servicekraft eine Telefonverbindung mit der Präventi-onsstelle hergestellt, um einen konkreten Gesprächstermin verbindlich zu vereinbaren oder in akuten Situationen sofortige Hilfeleistung anbieten zu können (siehe Anlage auf Seite 189 ff.). Zur Vermittlung an die konkrete Präventionsstelle vor Ort, siehe auch Kap. 5.3 auf Seite 57 ff. Sozialkonzept | Seite 54 

HOTLINE: 0700 – SPIELSUCHT oder 0700 – 77 43 57 82 48 

Die als Anlagen beigefügten Dokumente „Präventionsspirale“ und „Fünf-Punkte-Check“ werden in der Spielhalle für alle Servicekräfte sichtbar ausgehängt. 

4.11 Ausschluss des beschäftigten Personals vom angebotenen Glücksspiel 

(Aufnahme in Arbeitsvertrag + laminierter Aushang in der Halle, besondere Anweisung an Auf-sichtsperson) 

In alle Arbeitsverträge für Hallenpersonal der Konzessionsnehmerin wird folgender Passus auf-genommen (als Anhang unter der Überschrift „Besondere sozialkonzeptliche Belehrungen nach dem 1. Glücksspieländerungsstaatsvertrag und dem Landesglückspielgesetz“): 

„Dem/Der Arbeitnehmer/-in ist es strikt verboten, das in den Räumlichkeiten der Arbeitgeberin vorhandene Glücksspielspielangebot während der Arbeitszeit zu nutzen. Jegliche Kreditvergabe an eine Spielerin oder einen Spieler ist verboten.“ 

Es wird darauf hingewiesen, dass an mehreren Stellen (z. B. im Thekenbereich) laminierte Hin-weisschilder aushängen, die nochmals auf das Spielverbot während der Arbeitszeit hinweisen: „Während der Arbeitszeit ist jedwedem Personal die Teilnahme am Spielbetrieb ausdrücklich verboten.“ Sozialkonzept | Seite 55 

HOTLINE: 0700 – SPIELSUCHT oder 0700 – 77 43 57 82 48 

Für leitendes Personal wird darüber hinaus ein weiterer Passus aufgenommen: 

„Als leitendes Aufsichtspersonal hat der/die Arbeitnehmer/-in besonders genau darauf zu achten, dass während der Arbeitszeit des übrigen Personals kein weiterer Angestellter oder keine weite-re Angestellte das vorhandene Glückspielangebot nutzt. Dieses Verbot gilt ebenso für das leiten-de Personal selbst.“ 

Auch während der Freizeit der Angestellten ist es entsprechend der aktuellen Hinweise des Re-gierungspräsidiums (Stand Oktober 2013) sinnvoll, das Personal vom Glücksspielangebot in der Halle auszuschließen. Dem dahinterstehenden Unabhängigkeitsprinzip schließen wir uns als Betreiber inhaltlich in vollem Umfange an. Allerdings kann der Spielhallenbetreiber das Verhalten seiner Beschäftigten nur in Bezug auf die eigenen Spielhallen steuern. Die Möglichkeit eines darüberhinausgehenden Eingriffs in die Freizeitgestaltung – beispielsweise in Form eines vollum-fänglichen Glücksspielverbots – ist dagegen aus arbeitsrechtlicher Hinsicht nicht vertretbar. 

Grundsätzlich endet die arbeitsrechtliche Dispositionsbefugnis über das Verhalten der Angestell-ten auch mit Dienstschluss, wonach es arbeitsrechtlich ebenfalls problematisch sein kann, Vor-schriften zu machen, welche die Freizügigkeit oder freie Entfaltung der Persönlichkeit (Art. 11 GG bzw. Art. 2 GG) des Personals einschränken. Ein Gesetz oder eine Behörde können bei ent-sprechender rechtlicher Legitimation da sicherlich weitergehen, allerdings können Schwierigkei-ten entstehen, wenn sich der Arbeitgeber nicht direkt auf eine gesetzlich eingeräumte Kompe-tenz berufen kann. Als Konzessionsinhaber möchten wir uns unabhängig davon jedoch voll hin-ter die Absichten des 1. GlüÄndStV und des LGlüG-BW stellen. Demgemäß werden wir wie nachstehend arbeitsvertraglich sowie als Diensthinweisung folgenden Passus an die Mitarbeiter ausgeben: 

„Das Spielen oder die Nutzung unseres Angebotes in einem von uns geführten Standort ist dar-über hinaus auch in der Freizeit untersagt, soweit dies gesetzlich zulässig ist.“ 

4.12 Unabhängigkeit der Vergütung der leitenden Angestellten vom Umsatz 

Dies ist bei den bestehenden Arbeitsverhältnissen schon so gegeben und wird fortgeführt für alle zukünftigen Verträge. Die entsprechende Praxis wird in den Unternehmen der Bolanz GmbH & Co. KG von je her so gehandhabt. Die Vorgabe aus dem Anhang „Richtlinien zur Vermeidung und Bekämpfung von Glücksspielsucht“ Ziff. 3 zu Artikel 2 1. Glücksspieländerungsstaatsvertrag wird folglich bei unseren Arbeitsverhältnissen von vorneherein beachtet. Sozialkonzept | Seite 56 

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4.13 Umsetzung des Verbots von technischen Geräten zur Bargeldabhebung nach § 43 Abs. 3 LGlüG 

Bisher vorhandene Gerätschaften wurden deaktiviert. Die entsprechenden Dienstleistungsverträ-ge wurden mit Berufung auf die neue Gesetzeslage mit sofortiger Wirkung gekündigt, bzw. es wurde Vertragsbeendigung wegen Nichtigkeit aufgrund eines gesetzlichen Verbotes eingewandt (§ 134 BGB). Danach findet Abhebungsverkehr in der Spielhalle nicht mehr statt. 

5. Gewinn- und Verlustwahrscheinlichkeiten und Zufallsabhängigkeit der Spielergebnisse 

5.1 Vermittlung in Hilfsangebote 

Im Spielbetrieb des Casino Freiburg sind Hilfskräfte, Servicekräfte, leitende Servicekräfte und ein Sicherheitsdienst beschäftigt. Eine Ansprechperson ist somit durchgehend immer vor Ort in der Halle. Eine zum Spielerschutz beauftrage Person ist darüber hinaus immer erreichbar und kann im Eskalationsfall hinzugezogen werden. 

Leitende Servicekraft im Casino Freiburg ist Herr Martin Stern. 

Aufgrund der langen Erfahrung von Herrn Martin Stern werden bei der Ansprache an den Gast die regelmäßigen Schulungen berücksichtigt, wodurch wir davon ausgehen, dass das Gespräch erfolgversprechender verlaufen wird (siehe Anhang auf Seite 181 und 183). 

Die Servicekräfte sind geschult und schätzen durch Beobachtung und im Umgang mit den Gäs-ten ein, wer zu den gefährdeten Spielenden gehören könnte. 

5.2 Information über Beratungs- und Therapiemöglichkeiten 

Die Gäste haben die Möglichkeit, auf eine Vielzahl von Infomaterial (siehe Anhang auf Seite 41 ff. „Flyer u. Poster) zuzugreifen. Hierzu stehen und hängen verschiedene Infoständer in der Spielhalle aus. Flyermaterial wird auch auf der Toilette hinterlegt, um dem Gast zu ermöglichen, auch diskret und anonym Informationen über regionale und bundesweite Präventionsstellen mit-zunehmen. Weiter steht dem Gast ein digitales Infoterminal zur Verfügung, an welchem er Infor-mationen erhält und auch einen Selbsttest digital in verschiedenen Sprachen durchführen kann. Sozialkonzept | Seite 57 

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Natürlich steht dem Gast auch die direkte Kontaktaufnahme mit unseren Servicekräften frei, die durch ihre Schulung und den regionalen Bezug dem Gast schnell und direkt weiterhelfen können. Auf Wunsch nehmen auch unsere Sozialkonzeptbeauftragten Kontakt mit dem Gast auf. 

5.3 Zusammenarbeit mit örtlichen Hilfseinrichtungen, Kontakt der Mitarbeitenden zu örtlichen Beratungsstellen 

Unser Ansatz zur Erstellung des Sozialkonzepts, gerade was die Zusammenarbeit mit örtlichen Hilfsstellen anbelangt, ist ein eigenes, individuelles Herangehen an die gesetzlichen Vorgaben. Wir haben uns deswegen dazu entschlossen, kein Wissen oder ein fertiges Konzept einzukau-fen, sondern in Zusammenarbeit mit Hilfsstellen und Fachpersonen ein originäres Konzept selbst zu entwickeln. Dabei wollen wir im Zuge einer freiwilligen Selbstverpflichtung über die Anforde-rungen der Gesetze hinaus ein Mehr leisten und nicht nur Mindeststandards erfüllen. 

Daher haben wir uns federführend beteiligt an der Gründung eines gemeinnützigen Vereins zur Unterstützung unserer gesetzlichen Aufgaben nach dem 1. GlüÄndStV und dem LGlüG-BW. Wir positionieren uns damit deutlich: Die Branche kann durch die Umsetzung der neuen gesetzlichen Vorgaben eigentlich nur an Ansehen gewinnen, auch wenn die Maßnahmen, die zu ergreifen sind, zwingend einen hohen materiellen Einsatz erfordern. Aber es entstehen auch Regulative, die abhängigen Menschen sicher helfen werden. Wir unterstützen folglich die neuen Gesetze und wollen bei der Umsetzung nicht abwarten, bis uns jemand sagt, was wir ggf. als Mindestan-forderungen tun können, sondern wir wollen unseren Weg beschreiten und dabei auch gerne einen Schritt weiter vorangehen. 

Dies führte in der Konsequenz dazu, den gemeinnützigen Verein mit dem Namen „Spiel mit Ver-nunft“ g. e. V. zu gründen, welcher nicht zuletzt auch eine wichtige Kontrollfunktion wahrnehmen soll, indem er uns auch zu jeder Zeit daran erinnert, dass Profit nicht alles und nicht das oberste Ziel ist und sein kann. Wir verfolgen durch die Maßnahmen und Ideen nicht nur firmeninterne Interessen in einem kleinen Unternehmen, sondern wollen auch Mitbewerbenden unser erarbei-tetes Material zur Verfügung stellen. Wir möchten damit eine Plattform bilden, die für die breite Masse zugänglich ist und hohe Akzeptanz durch Glaubwürdigkeit erzeugt. 

Außerdem glauben wir an den Grundsatz: 

„Ohne Sprache und Verständnis keine Prävention!“ 

Daher wollen wir den Weg gehen, die Materialien und wissenschaftlichen Fakten einfach und verständlich für die Masse in unterschiedlichen Sprachen zur Verfügung zu stellen. Insoweit glauben wir auch daran, dass sich Präventionsmaterialien einfacher und schneller ohne einen Sozialkonzept | Seite 58 

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Konkurrenzgedanken an Mitbewerbenden z. B. über den von uns neu gegründeten Verein vertei-len lassen, damit die Gäste in der direktesten Form informiert werden. Den Zugang über die ei-gene Muttersprache sehen wir dabei als Vorteil. 

Folgende Möglichkeiten bieten wir an: 

– Selbsttest in derzeit über 16 Sprachen in Papierform (siehe Anhang auf Seite 99 ff.). 

– Selbsttest in 16 Sprachen online in der Halle am eigens dafür vorgesehenen Terminal 

– Selbsttest in 16 Sprachen via Internet (www.problemlosspielen.de) 

– Selbsttest in digitaler Form als Handy App (siehe Anhang auf Seite 97). 

– Möglichkeit zum Lifechat unter (www.spiel-mit-vernunft.de) 

– Ausfüllen und Abgabe eines Tests nicht nur vor Ort in der Spielhalle oder Gaststätte sondern auch Versand von zu Hause aus per POST, TELEFAX oder E-MAIL. Wir reichen diesen Test diskret und auf Wunsch auch anonym an eine Beratungsstelle aus der Region weiter. 

– Eine regionale Servicerufnummer, die in Zusammenarbeit mit verschiedenen Stellen aus der Region geschalten werden soll. Hier liegt das Ziel darin, dass der Gast die Möglichkeit erhält, schnell und regional eine Ansprechperson zu finden. Dies könnte durch eine Ziffernansage für unterschiedliche Land- und Stadtkreise ausgewählt werden. 0700 – SPIELSUCHT / 0700 – 77 49 57 82 48 

– Präventionsflyer und Piktogramme für Spielhallen und Gaststätten. Mit Hilfe einer professio-nellen Grafikagentur wurden Präventionsflyer und Piktogramme entwickelt, die einfach und schnell die gewünschten Informationen an den Gast bringen sollen (siehe Anlage auf Seite 141 ff. „Flyer und Poster“). 

– Infokarte DIN A5 mit Rufnummern und Beratungsstellen örtlicher Präventionsstellen. Diese liegen auch auf den Toiletten aus, um eine diskrete und anonyme Mitnahme zu ermöglichen (siehe Anlage auf Seite 143). 

– Geplant sind darüber hinaus mehrere Mailboxen in verschiedenen Sprachen, bei denen die Hilfesuchenden Ansätze zu problematischem und pathologischem Spielverhalten erhalten können und auch Kontaktpersonen aus der Region benannt werden. Diese Planung wurde ersetzt durch eine aktuelle Zusammenfassung bzw. Zusammenziehung von konkreten mehr-sprachigen Mitarbeitern aus den örtlichen unterschiedlichen Hilfesystemen, welche als An-sprechpartner für evtl. sprachproblematische Fälle vorgemerkt wurden. Das Zusammenfüh-

Sozialkonzept | Seite 59 

HOTLINE: 0700 – SPIELSUCHT oder 0700 – 77 43 57 82 48 

ren der Kontakte und die jeweilige Fremdsprache soll dem Gast auf einem Flyer zur Mitnah-me zur Verfügung gestellt werden. 

– Anstecknadel für geschulte Mitarbeitende zur Kennzeichnung, wobei diese Funktion per Aushang mit Beschreibung erläutert wird (siehe Anlage auf Seite 169 ff. „geschultes Perso-nal“). 

– Kontrolle von allen Flyern für jede Konzession und Präsentation über aufgestellte Infoständer und Auslage von Broschüren. 

Als weitere starke Partnerin konnten wir die Evangelische Stadtmission Freiburg e. V. gewinnen, welche sich unter anderem schwerpunktmäßig regional in der Suchtberatung engagiert. Die Stadtmission kann auf über 125 Jahre Arbeit mit und Hilfe für Menschen zurückschauen. 

Die Evangelische Stadtmission bietet neben fachkompetenter Beratung in der Region: 

– Psychosoziale Beratungsstelle für Suchtgefährdete und Suchtkranke (auch für Angehörige) 

– Blaues Kreuz, Freiburg – lokale Selbsthilfegruppen 

– Josefshaus St. Peter – Wohnheim für abhängige Menschen 

– Holzwerkstatt für Qualifikation und Wiedereingliederung langzeitarbeitsloser Menschen, Frei-burg 

– Bahnhofsmission Freiburg – Hilfen unterwegs und oftmals erste Anlaufstelle 

Die Evangelische Stadtmission nähert sich dem Thema immer über den Menschen, gibt Wert-schätzung und bietet eine gute Möglichkeit, Probleme schon im Vorfeld anzugehen oder Hilfe bei bereits eingetretenen negativen Entwicklungen zu leisten. Dies geschieht auch unter Miteinbe-ziehung der Familie. Das ausgegebene Ziel ist die Begleitung eines Menschen auf seinem Weg aus der Sucht heraus. Das Hilfeprogramm besteht auch während einer Therapie – intensiv, am-bulant oder auch stationär. Motivation und Information stehen am Beginn des Beratungsprozes-ses. Die Evangelische Stadtmission Freiburg e. V. nutzt gewachsene Vernetzungen und vermit-telt professionell auch in Selbsthilfegruppen oder andere Maßnahmen oder Programme. Dabei wird auch die Nachsorge im Anschluss an einen Therapieweg nicht ausgeklammert. 

Unsere konkrete Kontaktperson ist dabei Herr Willi Vötter, welcher innerhalb des Vereins für die Suchtberatung die Leitung innehat. Herr Vötter fungiert in der Folge auch für uns als Schulungs-coach im Rahmen der gesetzlich vorgeschriebenen Vorgaben. Sozialkonzept | Seite 60 

HOTLINE: 0700 – SPIELSUCHT oder 0700 – 77 43 57 82 48 

Herr Joachim Blank (bwlv Fachstelle Sucht Emmendingen) 

Tel.: 07641 – 9335890 

E-Mail: fs-emmendingen@bw-lv.de 

Herr Dr. med. Daniel Reinhardt 

Tel.: 07633 – 6767 

Fax.: 07633 – 981748 

E-Mail: info@praxis-dr-reinhardt.de 

Homepage: http://www.praxis-dr-reinhardt.de/ 

Werden Gäste als Personen mit problematischem Spielverhalten identifiziert, dann ist die Ver-mittlung in ein örtliches Hilfesystem vorrangiges Ziel. Die geschulten Mitarbeiter sind dazu ange-halten, eine möglichst unverzügliche Rücksprache mit Informationsaustausch durch eine örtliche Hilfseinrichtung herbeizuführen. 

Für die vorliegende Spielhalle ist die örtliche Hilfeeinrichtung in Deutschland die: 

Evangelische Stadtmission Freiburg e.V. 

Adelhauser Straße 27 

79098 Freiburg 

Tel.: 0761 319 17 0 

Fax: 0761 319 17 24 

E-Mail: info@stadtmission-freiburg.de 

Ansprechpartner: Herr Willi Vötter 

Fachstelle Sucht Offenburg (bwlv) 

Tel.: 0781 919 348 

www.bw-lv.de 

Außenstelle Achern der Fachstelle Sucht Offenburg (bwlv) 

Tel.: 07841 6307971 

www.bw-lv.de 

Diakonisches Werk Ortenau 

Außenstelle Achern 

Tel.: 07841 1080 

www.diakonie-ortenau.de Sozialkonzept | Seite 61 

HOTLINE: 0700 – SPIELSUCHT oder 0700 – 77 43 57 82 48 

Für die vorliegende Spielhalle ist örtliche Hilfeeinrichtung in Frankreich die: 

CSAPA Ithaque – Strasbourg 

Tel.: 0388 520404 

www.ithaque-asso.fr 

CSAPA Alt – Strasbourg 

Tel.: 0388 356186 

www.alt-67.org 

CSAPA des Hopitaux de Strasbourg 

Tel.: 0388 116001 

www.chru-strasbourg.fr 

Die Servicekraft kann diese Hilfeeinrichtung direkt über Kurzwahl telefonisch kontaktieren, um ggf. eine schnelle erste Unterstützung von der Hilfsstelle sicherzustellen und die Einleitung weite-rer Schritte zu besprechen. Sofern diese Hilfeeinrichtung nicht erreichbar ist, wird der Kontakt zu einer anderen regionalen Hilfeeinrichtung gesucht. Die Kontaktdaten sämtlicher Hilfeeinrichtun-gen sind in der Spielhalle für das Personal sichtbar ausgehängt (siehe Anlage auf Seite 189 f.). 

5.4 Umsetzung der Vermittlung in das Hilfesystem 

Die Vermittlung in das Hilfesystem beginnt regelmäßig mit einem Gespräch zwischen der Ser-vicekraft und dem Gast. Hier unterscheiden wir 2 verschiedene Anfänge, die für die Gesprächs-führung von Bedeutung sind. Entweder wird die Servicekraft vom Gast angesprochen oder die Servicekraft kommt auf den Gast zu (siehe Anlage auf Seite 181 und 183). 

Die Stelle, an der das Präventionsgespräch geführt wird, hängt dabei von den Wünschen des Gastes ab. Es ist möglich, dass im Thekenbereich ein ruhiges Gespräch geführt werden kann. Außerdem existiert eine Sitzgelegenheit (Sofa) im Eingangsbereich, welches für ein Präventi-onsgespräch ebenfalls genutzt werden kann. Dadurch, dass dieses Casino nur aus zwei Kon-zession besteht, ist die Übersicht über problematische und ggf. pathologische Spielerinnen und Spieler gewährleistet. Hierauf wurde auch bei den speziell hierfür durchgeführten Umbaumaß-nahmen geachtet. 

Die meisten Beratungsstellen – wie auch die hier ersuchten und implementierten – haben regelmäßig folgende Angebote: 

– Telefonberatungen 

Sozialkonzept | Seite 62 

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– Onlineberatungen 

– Beratungen zu Selbstsperren bei den verschiedenen Glückspielanbietern, Adressen 

– Sozialberatung 

– Psychotherapie mit Schwerpunkt Spielverhalten, Ursachen für das Spielen 

– Psychiatrische Konsultationen (Fachärzte) 

– Paarberatung 

– Schuldnerberatung 

– Auskunft über Selbsthilfegruppen in ihrer näheren Umgebung 

– Angebot einer (therapeutisch geleiteten) Selbsthilfegruppe 

– Vermittlung in ambulante oder stationäre Therapie 

Bei Selbsthilfegruppen gibt es grundsätzlich zwei Arten bzw. Methoden – mit oder ohne thera-peutische Betreuung. Bei Initiative durch den Gast ist der Einstieg in das Gespräch schon gefun-den. Hier ist es wichtig, bei Unterbrechung des Gesprächs eine Vereinbarung für die Weiterfüh-rung zu einem späteren Zeitpunkt zu treffen. 

Bei Ansprache durch die leitende Servicekraft ist der Fokus darauf zu richten, den passenden Zeitpunkt für das Gespräch zu finden, damit es möglichst ohne Störungen durch andere Gäste, Mitarbeitende oder Telefon geführt werden kann. Um dem/der gesprächsführenden Mitarbeiter/-in den Druck zu nehmen, das Gespräch „durchziehen“ zu müssen, kann eine Fortsetzung des Gesprächs vereinbart werden, falls wichtige Themen nicht angesprochen werden konnten. Die Balance zwischen Förderung der Eigeninitiative und leitender Forderung, um in die Hilfsangebote zu vermitteln, muss mit Erfahrung und Einfühlungsvermögen, mit Offenheit und Unvoreinge-nommenheit individuell gehalten werden. Das „Zumachen“ des Gastes ist zu vermeiden, d. h. die/der Hilfesuchende darf nicht zu schematisch „abgearbeitet“ werden, sie/er muss als Einzelfall mit ihrer/seiner ureigenen Geschichte begriffen werden. 

Der Faktor „Zeit“ darf bei der Gesprächsführung grundsätzlich keine Rolle spielen. Ansonsten läuft die Mitarbeiterin/der Mitarbeiter Gefahr, Glaubwürdigkeit gegenüber dem Gast zu verlieren. Die Servicekraft muss lenkend moderieren und, soweit es möglich ist, immer einen Schritt vo-rausdenken. Im Idealfall soll auch und trotzdem darauf geachtet werden, dass immer ein Rest an „souveräner Distanz“ zur/zum Hilfesuchenden verbleibt, ohne dass sich diese/dieser allzu stark Sozialkonzept | Seite 63 

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distanziert fühlen darf. Dies ist deswegen von Bedeutung, damit die Spielerin/der Spieler das Gegenüber auch als Instanz akzeptiert, welche tatsächlich weiterhelfen kann. Es ist unbedingt zu vermeiden, dem Gast nach dem Munde zu reden oder „anzuheucheln“, da hierbei ebenfalls die Glaubwürdigkeit der Hilfeleistung verloren geht. Gelernte Schulungsinhalte sind vor Gesprächs-beginn, falls dies möglich ist, kurz für die eigene Planung hervorzuholen und in das Bewusstsein zu rufen, um die Gesprächseffektivität zu maximieren. 

Für das Gespräch selbst hat die leitende Servicekraft folgenden groben Ablauf im Hinterkopf, um den „roten Faden“ nicht zu verlieren (siehe Anlage auf Seite 183). 

– Gesprächseinstieg 

– Hauptteil 

– Gesprächsabschluss 

5.4.1 Umsetzung der Vermittlung in das Hilfesystem 

Damit ein Informations- bzw. Beratungsgespräch größtmögliche Wirkung entfalten kann, sollte der Kunde im Zentrum des Gesprächs stehen, was beim Gesprächsführenden u.a. ein hinrei-chend empathisches Bewusstsein für den Kunden erfordert. Das Gelingen einer solchen kun-denzentrierten Gesprächsführung in der Spielhalle ist wiederum davon abhängig, dass der Ge-sprächsführende verschiedene Aspekte wie das Verlaufsstadium, in dem sich die Spielerkarriere befindet, die Motivationslage, die den Spielertyp charakterisiert, oder auch geschlechtsspezifi-sche Unterschiede einzuschätzen weiß. Diese Aspekte sollten bereits vor Gesprächsbeginn the-oretisch durchdrungen sein, damit sie zur besseren Einordnung des Gesprächspartners auch während des Gesprächs reflektiert werden können (siehe dazu Kap. 5.4.1.1 auf Seite 64 ff.). Während des Gesprächs können zum anderen verschiedene Kommunikations-Tools dabei hel-fen, kundenzentriert zu kommunizieren. Diese werden im zweiten Teil des Kapitels insbesondere im Rahmen des sog. „Motivational Interviewing“ dargestellt (siehe Kap. 5.4.1.2 auf Seite 66 f.). Sozialkonzept | Seite 64 

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5.4.1.1 Theoretische Grundlagen 

5.4.1.1.1 Verlauf einer Spielerkarriere 

Der Verlauf einer Spielerkarriere lässt sich in Analogie zu stoffgebundenen Suchtentwicklungen in drei Phasen unterteilen: Ein positives Anfangsstadium (sog. Gewinnphase) wird gefolgt von einem kritischen Gewöhnungsstadium (sog. Verlustphase), welches in ein Suchtstadium (sog. Verzweiflungsphase) übergeht. Freilich treten die Symptome einer Phase nicht immer vollständig und in der angegeben Reinfolge auf. Gleichwohl kann man mit den folgenden Beschreibungen eine hinreichend verlässliche Zuordnung erreichen. 

Positives Anfangsstadium (Gewinnphase) 

In der ersten Phase des Glückspiels ist das Spielen an einem Spielautomaten in aller Regel mit positiven Erfahrungen verbunden. Kleinere oder größere Gewinne erzeugen angeregte, euphori-sche Gefühle und ein gesteigertes Selbstwertgefühl. Folgende Symptome können dabei beo-bachtet werden: 

– Das Eingehen von Risiken und erste Gewinne führen zu positiven Gefühlen, zu Entspannung und zu Entlastung von psychischen Problemen. 

– Es wird häufiger über Gewinne berichtet. Gewinne werden stolz nach Hause gebracht, den Angehörigen präsentiert und größere Anschaffungen getätigt. Optimismus macht sich breit und Phantasien drehen sich um zukünftige Gewinne. 

– Das Glückspiel ist auf Freizeit angelegt und auf das Spiel an einem Automaten beschränkt. 

– Mit den Gewinnen und dem regelmäßigen Spielen verstärken sich die Kontakte zur Spie-lerszene, welche Anerkennung und Statusgewinn vermitteln. 

– Glückspielspezifische Kenntnisse werden erweitert. 

– Verluste werden stets ausgeglichen. 

– Mit der Zeit wächst die Risikobereitschaft. 

– Aus gelegentlichen Aufenthalten entwickeln sich regelmäßige Spielhallenbesuche. 

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Kritisches Gewöhnungsstadium (Verlustphase) 

Der Übergang zum kritischen Gewöhnungsstadium ist fließend. Häufigkeit, Spieldauer und Eins-ätze nehmen zu – die Spielintensität steigt. Folgende Symptome sind dabei typischerweise zu beobachten: 

– Immer höhere Einsätze sind erforderlich, um den erwünschten Effekt zu erzielen, da die Wir-kung infolge von Gewöhnung nachlässt. 

– Zur Steigerung wird an mehreren Automaten gleichzeitig bzw. mit risikoreichen Varianten gespielt. 

– Das Spielverhalten beginnt sich einzuschleifen und gewinnt an Eigendynamik. 

– Da in zunehmender Weise Verluste eintreten, bestimmt häufig der Verlustausgleich die Spielmotivation. 

– Das eigene Geld wird als Spielkapital angesehen, der Bezug zur realen Wertigkeit von Geld geht zunehmend verloren. Geld wird bei den Angehörigen ausgeliehen, Kredite werden auf-genommen. Die Schuldenrückzahlung wird hinausgezögert, weitere Verluste werden bagatel-lisiert. 

– Glückspielaktivitäten werden verheimlicht. Ein System von Lügen wird installiert, um Abwe-senheit und finanzielle Engpässe zu erklären. 

– Probleme in Partnerschaft und Ehe entstehen, denen man sich durch die Flucht in das Glücksspiel entziehen will. 

– Vernachlässigung von Beruf oder Ausbildung zeichnen sich ab. 

Suchtstadium (Verzweiflungsphase) 

Wenn der Spielende nach Beginn eines Glückspiels nicht mehr aufhören kann, nicht mehr mäßig und vernunftgesteuert spielen kann und wiederholt das verfügbare Geld restlos verspielt, dann ist das Suchtstadium erreicht. Folgende Symptome treten typischerweise auf: 

– Das Leben wird vom Glücksspiel beherrscht – es erscheint unverzichtbar. 

– Kontrollverlust tritt ein. Exzessives Spielen und Geldbeschaffung – auch durch Straftaten – sind an der Tagesordnung. 

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– Es hat sich ein von den potenziellen Grundstörungen mehr oder weniger unabhängiges Stö-rungsbild entwickelt. Trotz erkennbaren Folgeschäden wird weitergespielt. 

– Schuldgefühle treten auf. 

– Panikattacken entstehen bei Reflektion über eigene Situation und angerichtete Schäden. 

– Versuche, glückspielfrei zu leben, enden nach kurzer Zeit im Rückfall. 

– Persönlichkeitsveränderungen (Stimmungslabilität, Selbstverachtung) und sozialer Abstieg (emotionale Entfremdung von Familie, Scheidung usw.) begleiten das Erscheinungsbild der Spielsucht. 

5.4.1.1.2 Spielertypus 

In Fortsetzung der soeben dargestellten Verlaufsphasen kann nun auch eine Differenzierung zwischen verschiedenen Spielertypen erfolgen, die für ein kundenzentriertes Gespräch ebenfalls sehr hilfreich sein kann: Nach Karl Mann lässt sich das Spielverhalten in die drei Kategorien des Einstiegsspielers, des Lustgewinnspielers und in die Kategorie des Problembewältigungsspielers unterteilen37: 

37 Siehe dazu Mann, Karl, Verhaltenssüchte, S. 187 

  • • Einstiegsspieler 

Bei der ersten Kategorie handelt es sich eher um ein unproblematisches Spielverhalten, das überwiegend der Freizeitgestaltung dient und in der Regel mit positiven Emotionen verbunden ist. Die Spielenden, die als Einstiegspieler bezeichnet werden können, suchen im Glücksspiel Abwechslung, Vergnügen und Unterhaltung, spielen mit geringeren Eins-ätzen und zeigen eher ein unauffälliges Verhalten. 

  • • Lustgewinnspieler 

Das Spielverhalten der zweiten Kategorie weist dagegen kritische Merkmale auf und ist mit verschiedenen Problemen behaftet. Das Glücksspiel geht über die Grenzen des rei-nen Zeitvergnügens hinaus und Motive wie Spaß, Nervenkitzel und die Möglichkeit, Geld zu gewinnen, dominieren das Spiel. Das Spielen wird als beruhigend und stimulierenden empfunden und übernimmt eine Ersatz- bzw. Fluchtfunktion. „Lustgewinnspieler“, wenden mehr Zeit für das Glückspiel als geplant auf, leihen sich oft das für das Glücksspiel erfor- Sozialkonzept | Seite 67 

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derliche Geld und geraten häufig in Streitigkeiten mit Familie, Freunden oder Partner. Oft verspüren sie deshalb auch Schuldgefühle. 

  • • Problembewältigungsspieler 

In die dritte Kategorie werden die sogenannten „Problembewältigungsspieler“ eingeord-net. Bei den Personen dieser Gruppe sind häufig alle Spielmotive zugleich anzutreffen. Insbesondere sind aber ein Spielen zur Stressbewältigung sowie ein Spielen in deprimier-ten oder sorgenvollen Zuständen zu beobachten. Dies spricht für eine negative Verstär-kung durch das Spielen, d.h. das Glücksspiel wird zur Verringerung negativ-emotionaler Zustände betrieben. Charakteristisch für diese Kategorie ist, dass das Spielverhalten eine eigene Dynamik entwickelt hat und Merkmale einer Abhängigkeit aufweist. 

5.4.1.1.3 Geschlechtsspezifische Unterschiede 

Weiterhin kann für eine kundenzentrierte Gesprächsführung auch die Beachtung geschlechts-spezifischer Unterschiede bedeutsam sein. Zwar sind knapp 80 Prozent der pathologischen Glückspielenden männlichen Geschlechts. Doch mit Blick auf einen beim pathologischen Glücksspiel relevanten Frauenanteil von immerhin 20 % werden in jüngerer Zeit auch immer häu-figer geschlechtsspezifische Merkmale der Spielsucht erforscht38. Hierzu können u. a. folgende Aspekte benannt werden39: 

38 Vgl. Forschungsstelle Glückspiel (Universität Hohenheim): Pressemittelung: Frauen werden seltener, dafür schneller spiel-süchtig als Männer. 

39 Siehe dazu auch Petry, Jörg (2013): Differentielle Behandlungsstrategien bei pathologischen Spielern, S. 25, 27 

40 Vgl. SWR, Neue Studie über weibliche Spielsüchtige; Petry, Jörg: Differentielle Behandlungsstrategien bei pathologischen Spielern, S. 25 

  • • Frauen beginnen in zeitlicher Hinsicht später als Männer mit dem Glückspiel. Die meisten pathologischen Spielerinnen beginnen erst im Alter von 40 bis 49 Jahren zu spielen, also im Durchschnitt 10 Jahre später als Männer. 
  • • Bei Frauen entwickelt sich der Verlauf vom Freizeitspiel über das problematische Spiel bis hin zum pathologischen Spiel sehr viel schneller als bei Männern. In der weiteren Fol-ge geschieht auch das Abrutschen in die Umstände süchtigen Verhaltens in deutlich ra-scherer Weise: Bei weiblichen Spielerinnen können daher in relativ kurzer Zeit schwer-wiegende Probleme wie Überschuldung, Entfremdung vom sozialen Umfeld und Proble-me mit dem eigenen Selbstbild beobachtet werden und als Folge nach einer kürzeren Er-krankungsdauer eine klinische Behandlung in Betracht kommen.40 

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  • • In motivationaler Hinsicht unterscheiden sich Frauen und Männer deutlich – insb. hin-sichtlich der Erstmotivation: Während bei Frauen das Spielen zur Verdrängung von Ge-danken und Sorgen im Vordergrund steht ist bei Männern häufig die Sehnsucht nach dem Adrenalinkick ein wichtiger Antrieb für das Spiel.41 Frauen spielen, um Angst und Trauer zu vermeiden, um Gefühle von Überforderung und Depression zu verdrängen. Bei Män-nern führt vordergründig zunächst der Wunsch nach Entspannung zum Glückspielen.42 

41 Vgl. SWR, Neue Studie über weibliche Spielsüchtige; Petry, Jörg: Differentielle Behandlungsstrategien bei pathologischen Spielern, S. 25 

42 Vgl. SWR, Neue Studie über weibliche Spielsüchtige. 

43 Vgl. Petry, Jörg (2013): Differentielle Behandlungsstrategien bei pathologischen Spielern, S. 25 

  • • Geschlechtsbezogene Studien haben insbesondere gezeigt, dass spielsüchtige Frauen deutlich häufiger als Männer von traumatischen Erlebnissen berichten, wie zum Beispiel Gewalt in der Partnerschaft, mütterliche Gewalt oder sexueller Missbrauch in der Kind-heit.43 

5.4.1.2 Kommunikationstechniken und „Motivational Interviewing“ 

Für ein Gespräch mit einem potentiell pathologisch Spielenden kann auf zahlreiche Kommunika-tionstechniken zurückgegriffen werden, um in sachgerechter Weise den Kunden in das Zentrum des Gesprächs stellen zu können. Die im Folgenden dargestellten Techniken orientieren sich an den Prinzipen des sog. „Motivational Interviewing“. Beim Motivational Interviewing handelt es sich um einen Klienten zentrierten Beratungsansatz mit dem Ziel, eine intrinsische Motivation zur Verhaltensänderung aufzubauen. Es richtet sich vor allem an Personen mit zunächst geringer oder ambivalenter Änderungsbereitschaft und ist daher ideal für ein Gespräch im Vorfeld oder zu Beginn einer Suchttherapie geeignet. 

In konzeptioneller Hinsicht wird beim Motivational Interviewing davon ausgegangen, dass es bei jedem Süchtigen gute Gründe für und gegen das suchtrelevante Verhalten sowie Vor- und Nach-teile einer Veränderung dieses Verhaltens gibt. So kann ein Spieler beispielsweise gleichzeitig die Annahmen vertreten, dass das Glücksspiel einerseits zwar Lebensfreude und Lustgewinn bereite, andererseits jedoch ein erhöhtes Risiko von Verschuldung in sich trage. 

Das Motivational Interviewing unterscheidet grundsätzlich zwei Phasen des Gesprächs: Phase 1 befasst sich mit dem Aufbau von intrinsischer Veränderungsbereitschaft. Sobald eine solche aus der Person selbst kommende Veränderungsbereitschaft vorhanden ist, sollen in Phase 2 konkre-te Ziele und Veränderungspläne im Wege der Selbstverpflichtung formuliert werden. Sozialkonzept | Seite 69 

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Zwei Phasen des Motivational Interviewing 

Phase 1: Aufbau intrinsischer Veränderungsbereitschaft 

Phase 2: Stärkung der Selbstverpflichtung 

Im Folgenden werden nun die 5 Prinzipien des Motivational Interviewing vorgestellt und in prakti-sche Anwendungshinweise für die gesprächsführende Servicekraft transformiert: 

  • • Prinzip 1: Empathie zeigen (express empathy) 

Die Servicekraft nimmt eine klientenzentrierte, akzeptierende Haltung ein und versucht, durch aktives Zuhören (reflective listening) die Situation aus der Sicht des Kunden zu be-trachten und zu verstehen. 

– aufrichtiges Interesse am Kunden und seiner Situation vor allem durch aktives Zuhören signalisieren (reflective listening) 

– hinsichtlich seiner Schilderungen Akzeptanz und Bestätigung vermitteln. 

– Dem Kunden sollte die Gelegenheit gegeben werden, seine Gedanken darzule-gen. Ausreden lassen ist ein Gebot der ordentlichen Gesprächsführung. Das Ge-genüber zu unterbrechen ist nicht souverän und hat zur Folge, dass ggf. die Ver-mittlungsfähigkeit verloren geht. 

– Eine gute Technik im Rahmen der Gesprächsführung stellt das sogenannte loo-pendar, d.h. das Gehörte wird mit eigenen Worten nochmals zusammengefasst und dem Kunden dargestellt, wodurch ein gemeinsamer Konsens des Verstehens geschaffen wird. 

– Die Servicekraft achtet bei sich auf eine zugewandte und offene Körperhaltung. Gleiches gilt für Gestik und Mimik. Nach Möglichkeit sollte von übermäßiger Mimik und Gestik (z.B. Gesicht verziehen) abgesehen werden, um nicht die Vertrauens-basis des Gesprächs zu gefährden. Der Blick auf das Gesicht muss frei sein, d. h. man sollte unbedingt vor allem die Hände aus dem Gesicht heraushalten. Unter-bewusst oder bewusst könnte der Gast ansonsten die Offenheit der Servicekraft anzweifeln, was wiederum die Aufnahme und Überzeugung erschwert. Eventuelle Kopfbedeckungen sind beim Gespräch abzunehmen. 

– Zum Gesprächseinstieg: Das Wechseln von einigen Worten persönlichen Inhalts, um eine erste Beziehung herzustellen, kann als „Eisbrecher“ dienen. Die Ge-

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sprächseinleitung sollte immer positiv begonnen werden, um einen angenehmen Beginn und eine harmonische Gesprächsatmosphäre zu erzeugen. Einfacher ge-lingt der Einstieg, wenn zwischen den Gesprächsführenden bereits eine Bekannt-schaft besteht. Grundsätzlich sollte also stets die persönlich nächste Servicekraft versuchen, das Gespräch aufzunehmen. Kunden, die noch gar nicht bekannt sind, sollten nicht im Erstkontakt im Zusammenhang ihres Spielverhaltens angespro-chen werden (siehe dazu auch die Möglichkeit der subtilen Ansprache in Anlage auf Seiten 181 und 183). – Zu achten ist auch auf möglichst kurze Sätze, um die Verständlichkeit zu erhöhen. Dem Kunden ist anzubieten, dass immer rückgefragt werden kann und dass man persönlich während der Betriebszeiten zur Verfügung steht, damit der Kunde sich nicht – auch und vor allem nach dem Gespräch – verlassen oder stehen gelassen („abgearbeitet“) fühlt. 

– Am Ende ist der Kunde auch darüber zu befragen, ob ihm das Gespräch gutgetan hat. Danach kann ggf. der Wunsch formuliert werden, dass der Aufenthalt im Un-ternehmen so angenehm wie möglich für den Gast sein soll. 

  1. Prinzip 2: Diskrepanz erzeugen (develop discrepancy) 

Hierbei wird mit Hilfe von gezielten (offenen) Fragen vorgegangen, um dem Kunden zu helfen, Argumente für eine Änderung zu entwickeln (change talk). Wenn dem Kunden nun selbst deutlich wird, dass sein momentanes Verhalten im Widerspruch zu wichtigen Zielen und Vorstellungen für seine Zukunft steht (kognitive Dissonanz), kann dies seine Veränderungsbereitschaft stärken. 

– Offene Fragen, die mit einem Fragewort beginnen und sich nicht mit Ja oder Nein beantworten lassen, sind dazu hilfreich, das Gespräch auf die Nachteile des mo-mentanen (Sucht-)Verhaltens und auf die Vorteile einer Veränderung lenken zu können (“Welche Vorteile hätte es, das Spielverhalten zu reduzieren?”). Offene Fragen schaffen Freiräume für die Antwort und werden als sehr partnerschaftlich empfunden. 

– Dem Kunden sollte mitgeteilt werden, dass er durch sein Verhalten aufgefallen ist. Zu erklären ist, warum er aufgefallen ist – dabei beschreibt man zunächst nur das beobachtete Spielverhalten. Das Einbeziehen von Aussagen Dritter ist ungeeig-net. Der Kunde wird z. B. gefragt, ob er an Informationen zum Thema Spieler-schutz interessiert ist. Wenn der Kunde verneint, bedankt man sich für die Zeit, und das Gespräch wird beendet. Der Kunde hat die Rückmeldung erhalten, dass sein Spielverhalten auffällig sei, und wird in der Regel reagieren. Der Kunde braucht aber auch eine Rückzugsmöglichkeit und die Entscheidungshoheit, ob er 

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auf die Hilfe eingeht. Aufgezwungene Hilfe ist keine Hilfe und bewirkt in der Regel das Gegenteil. 

– Wenn der Kunde bejaht, wird nachgefragt, wie er selbst sein Spielverhalten erlebt. Die Servicekraft vergleicht dies mit der eigenen Wahrnehmung. Dem Kunden werden die Unterstützungsmöglichkeiten einer neutral mitgeteilt – ggf. unter Ver-weis auf eine Notfallhotline am besten regional in der Nähe. Dazu sollte dem Kun-den eine Karte der Notfallhotline und – soweit dies gewünscht wird – Informatio-nen zu Beratungsstellen übergeben werden. Die Informationsinhalte müssen da-bei inhaltlich richtig und damit für den Gast überprüfbar sein. 

– Das Informationsgespräch soll dem Kunden Sicherheit und Klarheit geben, soweit möglich die Motivation verbessern und ihm Wissen in die Hand geben, wie konk-ret vorgegangen werden kann. Das Gespräch soll keine Bedrohung für den Gast darstellen. Dem Gast soll zu verstehen gegeben werden, dass man um seine Ge-sundheit besorgt ist und ihn nicht persönlich kritisieren will. Eine persönliche Not-lage disqualifiziert nicht die Person. Suchtverhalten bedeutet kein Verschulden. 

  • • Prinzip 3: flexibler Umgang mit Widerstand (roll with resistence) 

Ambivalenz oder Widerstand sind als normaler Teil des Veränderungsprozesses (und nicht als “krankhaft”) anzusehen, auf konfrontatives Vorgehen wird verzichtet. Es können stattdessen verschiedene deeskalierende Strategien zum Einsatz kommen (“simple re-flection”, “amplified reflection”, double-sided reflection”, “shifting focus”, “reframing”, “ag-reeing with a twist” etc.). 

– Der Gesprächserfolg darf nicht mit Zwang oder mit zu viel Druck angestrebt wer-den. Insofern muss die Servicekraft auch Reaktionen wie Frustration oder Häme als zum Prozess gehörend akzeptieren. 

– Mit Hilfe von aktivem Zuhören und offenen Fragen wird erneut das Finden eigener Lösungswege unterstützt. 

  • • Prinzip 4: Selbstwirksamkeit stärken (support self-efficacy) 

Die Selbstwirksamkeit wird gestärkt, indem der Kunde in der Zuversicht bestärkt wird, Veränderungen erreichen zu können. Hierbei handelt es sich um einen zentralen Aspekt der Motivation, der sich generell als wichtig für den Behandlungserfolg erwiesen hat. 

– Der „Erfolg“ des Gesprächs in Form einer positiven Beeinflussung des Kunden steht nicht um jeden Preis im Vordergrund. Es ist wichtiger, dass beim Gast eine Entwicklung zu Wahrhaftigkeit und Authentizität erfolgen kann. Denn wenn auf 

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diesem Wege Gesprächserfolge entstehen, so sind diese in der Regel dauerhaf-ter, weil der Kunde bewusst oder unbewusst seinen Eigenanteil und seine Eigen-leistung wahrnimmt. 

– Selbstmotivierende Haltungen des Klienten hinsichtlich Problemeinsicht, Beden-ken und Veränderungsbereitschaft sollten nach Möglichkeit angestoßen und se-lektiv verstärkt werden. 

– Dem Kunden sollte mit der Haltung begegnet werden, dass er stets die freie Wahl hat und selbst entscheiden kann, was er möchte. 

  • • Prinzip 5: Beweisführung und Bewertungen vermeiden 

Dem Kunden sollte das Problemverhalten nicht anhand von Fakten nachgewiesen wer-den. Weiterhin sollte mit Diagnosen und Wertungen eher zurückhaltend umgegangen werden – beides erzeugt erfahrungsgemäß Widerstand. 

– Generell sind alle persönlichen Vorwürfe und Angriffe zu vermeiden. Die eigenen Sichtweisen dürfen nicht als die objektive und einzige richtige Art oder Wahrheit vermittelt werden. Der Kunde fühlt sich dann ggf. beschränkt und die Offenheit des Gesprächs droht verloren zu gehen. 

– Beobachtungen sind möglichst ohne eigene und vor allem ohne negative – Be-wertungen mitgeteilt werden. 

– Sofern dennoch Sichtweisen und Einschätzungen mitgeteilt werden, dann sollte dies unbedingt in der „Ich-Form“ erfolgen. Die „Man-Form“ bei der direkten Anrede sollte unbedingt vermieden werden, da sich der Kunde ansonsten schnell – wenn auch nur unbewusst – nicht ernst genommen fühlen kann. 

– Soweit möglich sollten anstelle von Widerspruch andeutenden Formulierungen mit „aber“ besser verbindende Formulierungen mit „und“ verwendet werden. 

Abschließend und zusammenfassend nochmals einige Tipps zur kundenzentrierten Ge-sprächsführung: 

– Hören Sie aufmerksam zu und zeigen Sie dadurch aufrichtiges Interesse und Verständnis für den Kunden 

– Bleiben Sie sachlich, versuchen Sie soweit möglich von Bewertungen abzusehen. 

– Lassen Sie den Kunden ausreden, um seinen Standpunkt besser verstehen zu können. 

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– Stellen Sie Verständnisfragen. Versuchen Sie durch offene Fragen die Selbsterkenntnis des Kunden zu erhöhen. 

– Achten Sie darauf, dass der Kunde durch Ihr Beispiel oder durch Ihre Geschichte nicht per-sönlich betroffen ist. 

– Reden Sie in „Ich-Botschaften“, vermeiden Sie Formulierungen mit „man“. 

– Bleiben Sie ruhig und sachlich, auch wenn Ihr Gegenüber Sie angreift. 

– Vermeiden Sie Schuldzuweisungen. 

– Behalten Sie immer das Gesprächsziel im Auge. 

– Sorgen Sie dafür, dass keine Fragen offenbleiben, halten Sie Blickkontakt. 

5.4.2 Weitere Unterstützungsmöglichkeiten für den gefährdeten Gast 

Als weitere Anlaufstelle sind Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen empfehlenswert. Diese ermöglichen es dem Gast, anonym zu bleiben, und die Gesprächsinhalte werden vertraulich be-handelt. Andere – wie Arbeitgeberin/Arbeitgeber, Familienangehörige oder Behörden – bekom-men Auskünfte nur mit ausdrücklicher Einwilligung des Gastes. 

6. Schulung 

6.1 Teilnehmerkreis 

Zum Teilnehmerkreis gehören alle Personen, die im Kontakt zu den Spielenden tätig sind, sowie deren Vorgesetzte und bestmöglich – je nach Organisationsstruktur – die Unternehmensleitung. 

Der oben genannte Personenkreis wird für die betreffende Spielhalle gemäß den geltenden Vor-schriften geschult (siehe Anlage auf Seite 57 ff.). Es werden grundsätzlich alle Servicekräfte ge-schult. Zusätzlich nehmen die Firmenleitung und die Suchtpräventionsbeauftragten (Spieler-schutzbeauftragen) teil. Auch das Sicherheitspersonal wird an den Schulungen teilnehmen. Sozialkonzept | Seite 74 

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6.2 Schulung durch eine Suchthilfeeinrichtung unter Einbeziehung der örtlichen Beratungsstellen 

Die Schulung wird von der Evangelischen Stadtmission Freiburg e. V. geleitet, organisiert und durchgeführt. Die Beratungsstelle ist zertifiziert und kann somit laut Landesgesetz die Schulun-gen in unserem Betrieb leisten. 

6.3 Schulungsdauer 

Die gesetzliche Schulungsdauer richtet sich nach dem Gefährdungspotential des Glücksspielan-gebots und dauert mindestens 8 Stunden. 

Wir schulen unser Personal als Spielhallen-Servicekraft. Hiernach schreibt der Gesetzgeber eine Schulungsdauer in Baden-Württemberg von 14 Stunden vor. Diese setzen sich zusammen aus 10 Stunden für Präsenzveranstaltungen (Unterricht) sowie maximal 4 Stunden, die im sog. „E-Learning-Verfahren“ durchgeführt werden können. Unser Unternehmen hat sich zum Ziel ge-setzt, dass volle 14 Stunden Präsenzveranstaltung abgehalten werden. Wir glauben hierbei an eine umfangreichere, direktere Qualitätssicherung bezüglich des zu vermittelnden Fachwissens, was regelmäßig optimal in einer Dozentenstunde erreicht werden kann. Weiterhin sehen wir eine gesonderte Abschlussprüfung vor, die nochmals unseren hohen Standard unterstreichen soll, der über die gesetzlichen Vorgaben hinausgehen wird, indem die Tiefe der Schulung mit Langzeitef-fekt gesichert werden soll. 

6.4 Häufigkeit 

Mindestens alle 3 Jahre wird eine erneute Schulung durchgeführt. 

Durch firmeninterne Prüfungen wird das betriebliche Personal regelmäßig im halbjährlichen Rhythmus (Frau Kate Doyle) überwacht und das erlernte Fachwissen überprüft. Auf Grund dieser Feststellung und unseren Erfahrungen in der Praxis bieten wir mehrmals pro Jahr firmeninterne Schulungen durch Frau Ulrike Wiedfeld und Frau Kate Doyle an. Die Schulungen frischen das erlernte Wissen auf und gehen ganz konkret auf Fragestellungen der Servicekräfte zum Thema Spielerschutz ein, die nicht in den Teambesprechungen geklärt werden können. (siehe Anlage auf Seite 39 ff.) Sozialkonzept | Seite 75 

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6.5 Aufnahme in den Arbeitsvertrag 

In alle laufenden und zukünftigen Arbeitsverträge für Servicekräfte sowie sonstige Angestellte mit notwendigem Kontakt zu Spielgästen wird folgender Passus aufgrund der Schulungsverpflich-tung aufgenommen (§§ 6 1. GlüÄndStV, 7 Abs. 2 LGlüG-BW): 

„Die Arbeitnehmerin/ Der Arbeitnehmer hat notwendigerweise regelmäßigen, direkten Kontakt mit Spielerinnen und Spielern. Somit unterfällt sie der gesetzlichen Schulungspflicht nach §§ 43 Abs. 2, 7 Abs. 2 LGlüG-BW (Landesglücksspielgesetz Baden-Württemberg vom 20.11.2012; LGbl. S. 604). Die gesetzlich vorgeschriebenen Schulungen sind nach Weisung der Arbeitgebe-rin zum Erlernen der Fähigkeiten zur Bekämpfung und Eindämmung von Spielsucht wahrzuneh-men. Es besteht Wiederholungs- und Auffrischungsplicht alle 3 Jahre. Die Arbeitnehmerin/ Der Arbeitnehmer ist weiterhin verpflichtet, das ihr/ ihm bekannte Sozialkonzept nach dem Landes-glücksspielgesetz zu beachten und einzuhalten und hat im Übrigen mit darauf zu achten, dass die Auflagen und Regelungen nach dem LGlüG-BW eingehalten werden.“ 

Des Weiteren: 

„Das Gesetz zum Schutz der Jugend (JuSchG, Jugendschutzgesetz vom 23.07.2002, BGBl. Bd. I, S. 2730, zuletzt geändert durch Artikel 1 des Gesetzes vom 03.03.2016, BGBl. Bd. I S. 369) ist jederzeit einzuhalten. Hiernach ist insbesondere die Nutzung von Geldspielgeräten für Jugendli-che unter 18 Jahren bei Strafe untersagt. 

Hinweis nach dem Sozialkonzept: 

Der Arbeitnehmerin/ Dem Arbeitnehmer ist es strikt verboten, das in den Räumlichkeiten der Ar-beitgeberin vorhandene Glücksspielspielangebot während der Arbeitszeit zu nutzen. Jegliche Kreditvergabe an eine Spielerin oder einen Spieler ist verboten. 

Es wird darauf hingewiesen, dass an mehreren Stellen (zB im Thekenbereich) laminierte Hin-weisschilder aushängen, die nochmals auf das Spielverbot während der Arbeitszeit hinweisen: „Während der Arbeitszeit ist jedwedem Personal die Teilnahme am Spielbetrieb ausdrücklich verboten.“ 

Das Spielen oder die Nutzung unseres Angebotes in einem von uns geführten Standort ist dar-über hinaus auch in der Freizeit untersagt, soweit dies gesetzlich zulässig ist.“ 

Für Altverträge ist eine entsprechende Zusatzvereinbarung erstellt, welche die obigen Hinweise und Anweisungen in identischer Form nachträglich zum arbeitsvertraglichen Inhalt macht. Sozialkonzept | Seite 76 

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6.6 Schulungsinhalt 

Der Schulungsinhalt (siehe § 7 Abs. 2 S. 3 f LGlüG, Anhang „Richtlinien zur Vermeidung und Bekämpfung von Glücksspielsucht“ Nr. 1c) richtet sich zusammengefasst nach folgendem Inhalt: 

– Was ist eine Sucht? 

– Glücksspielsucht – eine Verhaltenssucht 

– Spielen – Glücksspiel – Glücksspielsucht 

• Spielen – positives Lebensgefühl 

• Glücksspiel – negatives Lebensgefühl 

– Die drei Phasen einer Spielerkarriere 

• Positives Anfangsstadium – Gewinnphase 

• Kritisches Gewöhnungsstadium – Verlustphase 

• Suchtstadium – Verzweiflungsphase 

– Geldbeschaffung 

• Finanzielle Situation und Verschuldung 

• Die Teufelsspirale der Verschuldung 

• Der/die pathologische(en) Spieler/-in als Geldquelle 

• Beschaffungskriminalität 

– Mögliche Folgen der Glücksspielsucht 

– Woran erkenne ich eine/einen Spielsüchtigen? 

– Die Behandlung von Glücksspielsucht 

– Die sichere Identifikation von gefährdeten Personen 

• Definition Glücksspielsucht 

• Wissenswertes zur Glücksspielsucht 

• Fakten zur Glücksspielsucht 

– Das Verhaltensspektrum von süchtigen Spielenden und die Entwicklung der Sucht 

– Der idealtypische Gesprächsverlauf 

• Planung des zeitlichen Ablaufs 

Sozialkonzept | Seite 77 

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  • • Gesprächseinstieg 
  • • Hauptteil 
  • • Gesprächsabschluss 

– Unterstützungsmöglichkeiten für gefährdete Personen 

– Vorgehensweisen bei Überfällen oder Gewalt (während eines Vorfalls) 

• Äußerliche Ruhe bewahren 

• Überlegt handeln, Provokationen vermeiden 

• Im Bedrohungsfall mit Waffen Anweisungen Folge leisten 

• Bei allen Handlungen muss Leben und Gesundheit Vorrang haben gegenüber materiel-len Werten 

• Wenn keine unmittelbare Bedrohung gegeben ist, Hilfe holen ggf. per Telefon oder Öf-fentlichkeit 

• Alarm wenn möglich leise auslösen zur Eskalationsvermeidung 

• Versuchen sich eine Täterbeschreibung zu merken 

– Vorgehensweisen bei Überfällen oder Gewalt (nach einem Vorfall) 

• Hilfeleisten für Verletzte oder Gefesselte 

• Polizei verständigen 

• Möglichst wenig berühren oder verändern für mögliche Spurensicherung 

• Alle Zeugen, Gäste wenn möglich den Raum verlassen und in einem anderen Raum warten 

• Möglichst gleich Einzelheiten notieren 

• Geschäftsleitung informieren 

• Gespräche mit Anwesenden zunächst vermeiden, um Eindrücke nicht zu verwischen 

• Falls Presse auftaucht: keine Informationen, Film- oder Fotoerlaubnis, da vorschnelle In-formationen Fahndungen erschweren 

– Abschlussklausur 

Die hier dargestellten Schulungsinhalte sind nach Möglichkeit ggf. zusammengefasst in die aus-zustellenden Teilnahmebescheinigungen aufzunehmen. 

7. Maßnahmen zur Erfolgskontrolle 

Dieses Sozialkonzept bietet die Grundlage dafür, dass der Spielerschutz in einer Spielhalle ein-gehalten und erfolgreich vollzogen werden kann. Daher ist es von Bedeutung, dass das Personal den Inhalt und den Zweck dieses Sozialkonzeptes versteht und über die Zeit verinnerlicht. Sozialkonzept | Seite 78 

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Arbeitsvertraglich besteht bereits die Pflicht, an den vorgeschriebenen Schulungen nach dem LGlüG-BW teilzunehmen, dass das Spielen in der eigenen Halle selbst untersagt ist, die Kredit-vergabe an Gäste verboten ist und wie der Jugendschutz zu gewährleisten ist (siehe Kap. 6.5 auf Seite 75). Dazu wird eine detaillierte Arbeitsplatzbeschreibung mitgeliefert. Der Erfolg hängt von der Bereitschaft ab, dies auch täglich in der Spielhalle anzuwenden. Daher werden unsere Hilfs-kräfte und Servicekräfte nicht nur von der Beratungsstelle geschult, sondern erhalten auch in regelmäßigen Abständen einen Vortrag und Empfehlungen, wie das Sozialkonzept in der Praxis anzuwenden ist. Daher ist eine sorgfältige Dokumentation der Schlüssel zum Erfolg. Um eine erhöhte Ausfallsicherheit wegen Krankheit oder Urlaub zu gewährleisten, sind folgende Service-kräfte für diese Konzession benannt: 

Casino Freiburg: 

Herr Martin Stern 

Frau Gisela Reinbold 

Diese Servicekräfte stimmen sich regelmäßig mit unseren Spielerschutzbeauftragten ab. Durch regelmäßige Besuche der Spielerschutzbeauftragten in der Spielhalle wird die Umsetzung über-prüft. 

Den persönlichen Kontakt vor Ort zu den Servicekräften suchen: 

Frau Ursula Mokros 

Herr Adrian Bolanz 

Für Spielgäste steht unser neu eingerichteter Live Chat mit unseren Sozialkonzeptbeauftragten Frau Kate Doyle zur Verfügung. 

7.1 Überwachung der Einhaltung 

Grundsätzlich sind alle Mitarbeitenden in der Spielhalle verantwortlich, dass der Spieler- und Jugendschutz eingehalten wird. Daher ist es wichtig, dass sich das Personal in Teamsitzungen abstimmt. Hierzu sollte auch das Sicherheitspersonal anwesend sein, da diese vor allem den Jugendschutz gewährleisten und die Einlasskontrolle durchführen. 

Diese Informationen werden dann auch über die Spielerschutzbeauftragten -und Sozialkonzept-beauftragten ausgetauscht. 

Wichtig ist, dass das Personal die Abläufe in der Praxis beobachtet und Anhaltspunkte liefert, welche Prozesse verbessert werden können und welche man erweitern muss. Im Übrigen gelten der Pflichtenkatalog und die Verantwortungsanforderungen nach § 43 Abs. 1 u. 2 LGlüG-BW. Sozialkonzept | Seite 79 

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7.2 Durchsetzung der Altersgrenzen 

Das Personal erhält Arbeitsplatzanweisungen. Diese werden grundsätzlich nicht in der Arbeits-zeit gelesen, sondern es findet eine Schulung statt, wie die Formulare im Alltag anzuwenden sind. Weiter wird das Personal darüber aufgeklärt, welche Folgen eine Zuwiderhandlung arbeits-rechtlich haben kann. Wir legen hierbei besonderen Wert auf das Verständnis, da wir nicht nur Angestellte mit Deutsch als Muttersprache haben. Der Erfolg hängt von der Anwendbarkeit in der Praxis ab. Dies gilt es zu prüfen und umzusetzen. 

7.3 Umgang mit Verstößen gegen das Sozialkonzept, Darstellung der Sanktionierung etwaiger Verstöße im Unternehmen 

Verstöße werden nach ihrer Schwere beurteilt. Die möglichen arbeitsrechtlichen Konsequenzen reichen von einem ermahnenden Gespräch, einer schriftlichen Abmahnung oder, bei schwerwie-gendem Verhalten bis hin zu einer verhaltensbedingten, ordentlichen oder sogar außerordentli-chen, fristlosen Kündigung. Hier muss arbeitsrechtlich bedingt jeweils im Einzelfall unter Hinzu-ziehung der beteiligten Mitarbeiter sowie der Spielerschutzbeauftragten die jeweilige Sanktion gefunden werden. 

Die Arbeitsverträge werden an die unterschiedlichen Gegebenheiten angepasst und mit Anlagen versehen. 

8. Anpassung/Weiterentwicklung 

8.1 Erhebung von Daten über die Auswirkungen der angebotenen Glücksspiele auf die Entstehung von Glücksspielsucht 

Die genaue Dokumentation über die getroffenen Maßnahmen in der Spielhalle ist von großer Bedeutung. Hierzu zählt jeglicher Kontakt mit dem Gast. Wenn Informationsmaterial überreicht, ein Präventionsgespräch geführt oder Jugendliche aus der Spielhalle verwiesen werden, muss dies vermerkt werden. All diese Vorfälle müssen in einer Liste festgehalten werden. 

Diese Liste wurde durch ein einheitlich eigenentwickeltes System abgelöst. Hierbei werden an einem Monitor die Maßnahmen und Kontrollvorgänge festgehalten (siehe Anhang auf Seite 187). Sozialkonzept | Seite 80 

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8.2 Bericht über Maßnahmen zur Umsetzung des Sozialkonzepts 

Die Berichte und Nachweise über Spielerschutzmaßnahmen müssen bis zum 31. März eines jeden Jahres der zuständigen Behörde übersandt werden, welche den entsprechenden Bericht dann prüft (Evaluation, § 7 Abs. 3 S. 1 LGlüG-BW, hier: Stadt Freiburg). 

Der Betreiber prüft täglich ausdrücklich folgende Punkte, welche seit 2017 nunmehr direkt digital referiert und gespeichert werden in der Halle am eigens dafür eingerichteten Terminal (siehe Anlagen auf Seite 187): 

– Jugendschutzkontrolle wurde in den Konzessionen durchgeführt 

– Suchtflyer wurde auf Vollständigkeit überprüft 

– Informationsterminal wurde auf Funktion überprüft 

– 5- Punkte- Check war positiv. Spielgast wird wegen auffälligem Verhalten angesprochen 

– Beratung eines Spielgastes zum Thema Spielsucht 

– Weitergabe von Informationsmaterialien an Spielende 

– Jugendschutzmaßnahme. Person unter 18 Jahre wurde der Konzession verwiesen 

8.3 Kontinuierliche Weiterentwicklung der Spielerschutzmaßnahmen 

Dieses Sozialkonzept wird von dem im Rubrum stehenden Personenkreis mit den neuen gesetz-lichen und wissenschaftlichen Erkenntnissen weiterentwickelt. Hierbei ist federführend Herr Willi Vötter von der Evangelischen Stadtmission Freiburg e. V. verantwortlich. Durch den engen regi-onalen Kontakt werden wir durch unseren „runden Tisch“, welcher in Zusammenarbeit mit dem von uns ins Leben gerufenen gemeinnützigen Verein SmV g. e. V. mindestens einmal im Jahr abgehalten wird, hoffentlich auch weitere Beratungsstellen akquirieren. Wichtig wird dabei auch der Austausch zwischen theoretischen Ansätzen und der praktischen Umsetzung dieses Sozial-konzeptes sein. 

Im Rahmen der Treffen des „runden Tisches“ wird wenigstens einmal im Jahr unter Beteiligung der Geschäftsführung, der Spielerschutz- und Präventionsbeauftragten sowie des Betriebsarztes Sozialkonzept | Seite 81 

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und weiterer kompetenter Teilnehmer festgehalten, wie die Spielerschutzkonzepte im Unterneh-men weiterentwickelt werden, wie auf Ereignisse mit Spieler- oder Jugendschutzrelevanz einge-gangen wird bzw. wurde und wie dabei insbesondere unter zielgerichteter Fehleranalyse Ver-besserungen vorgenommen werden können. Hierüber werden fortlaufend Protokolle erstellt, wel-che dann über die Geschäftsleitung ausgewertet werden und operativ zur Weiterentwicklung dieses Sozialkonzeptes genutzt werden. 

8.4 Aktualisierungsrhythmus 

Der Erfolg der Spieler- und Jugendschutzmaßnahmen muss bis zum 31. März eines jeden Jah-res dokumentiert werden. Diese nach dem § 6 1. GlüÄndStV erhobenen Daten werden von der Firmengruppe an die Behörden übergeben und mit einem Jahresabschlussbericht versehen. Durch die regelmäßigen Treffen mit der Evangelischen Stadtmission Freiburg e. V. tauschen wir uns aus, ob die vom Gesetzgeber geforderten Maßnahmen auch alltagstauglich und aussage-kräftig sind. 

Es wird dabei eine Liste erstellt, welche Maßnahmen wie oft getroffen wurden (siehe Evalua-tionsberichte).44 Falls erkennbar wird, dass gewisse Ansätze in der Spielhalle nicht angenommen werden, muss Ursachenforschung betrieben werden, woran dies liegt. Demgemäß werden die Angebote und Hilfsmöglichkeiten zeitnah angepasst. Unsere Broschüren werden in der Auslage der Spielhalle gezählt und dokumentiert. Somit erhalten wir auch über Spielgäste Auskunft, die anonym Hilfsangebote wahrnehmen. Um ggf. noch über die Geschlechterdichte einen statisti-schen Wert zu erhalten, werden die DIN-A5-Karten, die auf den Toiletten ausgelegt werden, dif-ferenziert zwischen Damen- und Herrentoilette. 

44 Evaluationsberichte werden online zur Verfügung gestellt: www.textbox.info / Projektname: CF_Evaluation 

Es hat sich gezeigt, dass zu Beginn diese Quoten nicht statisch aussagekräftig sind, da viele Mitbewerber unsere Unterlagen aus den Spielhallen mitnahmen und für ihren Eigengebrauch einsetzten. Wir beobachten weiter und dokumentieren diese Entwicklung. 

Die Aktualisierung des Sozialkonzeptes erfolgt dabei laufend nach Bedarf (§ 7 Abs. 1 S. 2 LGlüG-BW). 

Wir hoffen auch für dieses Jahr auf eine erfolgreiche, wirkungsvolle Umsetzung! Sozialkonzept | Seite 82 

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9. Erlaubnisnehmer und der Verfasser 

Das Gesetz spricht ausdrücklich von der „Benennung“ der Verfasser (§ 7 Abs. 1 S. 4 LGlüG-BW), womit grundsätzlich kein gesetzliches Schriftformerfordernis begründet ist. Um die Glaub-würdigkeit und den realen Kontakt und die Zusammenarbeit zu bestätigen, werden nachstehend die Verfasser benannt und unterschreiben persönlich eigenhändig (im Sinne von § 126 BGB; zur fachlichen Qualifikation siehe Seite 85 unter „Mitwirkende“, § 7 Abs. 1 S. 4 LGlüG-BW). 

_________________________________ _________________________________ 

(Dr. Regina Bolanz) (Dr. med. Daniel Reinhardt) 

_________________________________ _________________________________ 

(Christopher-Erhard Ziem) (Willi Vötter) 

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(Kate Doyle) (Alena Bolanz) 

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(Ursula Mokros) (Adrian Bolanz) Sozialkonzept | Seite 83 

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10. Anlagen 2017 

Firmenstruktur / Organigramm Seite: 5 ff. 

Zertifikate / Sachkundenachweise / interne Schulungen Seite: 17 ff. 

Selbsttests digital und analog Seite: 95 ff. 

Aushänge Piktogramme Seite: 131 ff. 

Flyer und Poster Seite: 141 ff. 

Geschultes Personal Kennzeichnung Seite: 167 ff. 

Geschultes Personal Praxis Seite: 175 ff. 

Spielersperren und Verbote Seite: 193 ff. 

Werbematerial / Werbung Seite: 211 ff. Sozialkonzept | Seite 84 

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11. Index 

1. GlüÄndStV …………………………………………………………………………………………………………….. 37, 43, 47, 48, 55, 57, 81 

Arbeitsvertrag ………………………………………………………………………………………………………………………………….. 50, 54, 75 

Arbeitsverhältnis ………………………………………………………………………………………………………………………………… 50, 55 

Beratungsstelle ……………………………………………………………………………………………………………….. 39, 58, 59, 74, 78, 87 

Betriebsarzt ……………………………………………………………………………………………………………………………………………. 1, 88 

Arzt ……………………………………………………………………………………………………………………………………………………….. 88 

Facharzt ……………………………………………………………………………………………………………………………………………… 1, 88 

ClarCert ………………………………………………………………………………………………………………………………………………………. 3 

DSM-IV……………………………………………………………………………………………………………………………………… 24, 25, 26, 52 

Einlasskontrolle 

Einlass ……………………………………………………………………………………………………………………………………………… 39, 78 

Erlaubnisinhaber …………………………………………………………………………………………………………………………………… 38, 48 

Fachbeirat …………………………………………………………………………………………………………………………………………………… 4 

Fünf-Punkte-Check ……………………………………………………………………………………………………………………………….. 52, 54 

Gesprächsverlauf ……………………………………………………………………………………………………………………………………….. 76 

Hallenleitung ……………………………………………………………………………………………………………………. 6, 15, 16, 38, 42, 47 

Hausverbot ………………………………………………………………………………………………………………………………………………… 41 

Hilfeeinrichtung …………………………………………………………………………………………………………………………………….. 60, 61 

Hilfseinrichtung …………………………………………………………………………………………………………………………………………… 60 

ICD-10 ……………………………………………………………………………………………………………………………………………. 24, 25, 52 

Jugendschutz …………………………………………………………………………………………………………………………….. 13, 15, 43, 78 

LGlüG-BW ……………………………………………………………………………………………………………………………. 40, 48, 55, 57, 80 

Maßnahmen ……………………………………………………………………… 3, 4, 8, 9, 15, 16, 17, 18, 32, 51, 57, 59, 77, 79, 80, 81 

Mitwirkende ………………………………………………………………………………………………………………………………………. 9, 82, 86 

Neuroplastizität ………………………………………………………………………………………………………………………… 4, 7, 19, 20, 21 

pathologisch …………………………………………………………………………………………………………………………………………. 12, 22 

Raumdesign …………………………………………………………………………………………………………………………………………… 8, 46 

Responsible Gaming ………………………………………………………………………………………………………………………… 15, 17, 18 

Runde Tisch 

runden Tisch …………………………………………………………………………………………………………………………………………… 16 

Schulung ………………………………………………………………………………………………………………………… 32, 33, 57, 73, 74, 79 

Selbstsperren …………………………………………………………………………………………………………………………….. 40, 41, 48, 62 

Sozialkonzeptbeauftragten ……………………………………………………………………………………………………………………….. 4, 78 

Sperrdatei ……………………………………………………………………………………………………………………………………….. 40, 47, 48 

Sperrdateiabgleich ……………………………………………………………………………………………………………………………………… 40 

Spielerschutz ………………………………………………………………………………………… 3, 7, 8, 13, 15, 16, 17, 47, 56, 70, 77, 80 

Spielerschutzbeauftragte…………………………………………………………………………………………………………………….. 1, 16, 87 

Spielerschutz ………………………………………………………………………………………………………………………………………….. 16 

Spielersperre ……………………………………………………………………………………………………………………………… 11, 42, 49, 50 

Spielertypus …………………………………………………………………………………………………………………………………………… 8, 66 

Spielverbot ……………………………………………………………………………………………………………………………………… 41, 54, 75 

Stellvertretung …………………………………………………………………………………………………………………………………….. 16, 38 

Unternehmenskultur ………………………………………………………………………………………………………………. 13, 15, 17, 18, 19 

Vertreter …………………………………………………………………………………………………………………………………………………… 38 

Zuständigkeiten ………………………………………………………………………………………………………………………………………….. 15 Sozialkonzept | Seite 85 

HOTLINE: 0700 – SPIELSUCHT oder 0700 – 77 43 57 82 48 

Mitwirkende 

FRAU DR. REGINA BOLANZ 

ist nunmehr schon seit über drei Jahrzehnten mit dem Thema Glücksspiel vertraut und führt die Firma Pratsch Automaten GmbH. Sie ist die Vorstandsvorsitzende des Vereins „Spiel mit Ver-nunft“ und nimmt an vielen politischen Kreisen teil, um die Branche durch ihre Lobbyarbeit zu stützen. Nach dem Tod von Herrn Hans-Peter Bolanz führt Frau Dr. Bolanz die Geschäfte der Fa. Marabu GmbH fort. 

Kontakt: 

Tel.: 0761 – 45 62 61 11 

Fax.: 0761 – 45 62 61 011 

E-Mail: r.bolanz@pratsch.biz 

† 04.04.2015 HERR HANS-PETER BOLANZ 

Verstarb leider nach langer und schwerer Krankheit. Die Angehörigen gedenken von Herzen an unseren ehemaligen Chef, Familienvater, Freund und Ehemann. 

Kontakt: 

Tel.: – 

Fax.: – 

E-Mail: – 

HERR ADRIAN BOLANZ 

ist Geschäftsführer der Firma Casyno GmbH in Freiburg, die 2006 gegründet wurde. Außer Gaststätten- und Spielhallenbetreuung installiert die Firma Alarmsysteme und Videoaufzeich-nungen der neuesten Technik. Zu weiten Teilen hat er die Firmennachfolge seit 2014 der Pratsch + Marabu GmbH und Happy Play GmbH übernommen. Darüber hinaus trägt Herr Bolanz die Verantwortung für den „runden Tisch“ und die Organisation. 

Kontakt: 

Casyno, Pratsch, Marabu, Happy Play 

Tel.: 0761 – 45 62 61 13 

Fax.: 0761 – 45 62 61 013 

E-Mail: a.bolanz@casyno-gmbh.de Sozialkonzept | Seite 86 

HOTLINE: 0700 – SPIELSUCHT oder 0700 – 77 43 57 82 48 

FRAU ALENA BOLANZ 

ist die Sozialkonzeptbeauftragte der Firmengruppe Pratsch Automaten GmbH und für die Evalua-tionsberichte und Bearbeitung des Sozialkonzeptes mit federführend verantwortlich. 

Kontakt: 

Tel.: 0761 – 45 62 61 0 

E-Mail: alena.bolanz@gmail.com 

FRAU URSULA MOKROS 

ist die Präventions- und Sozialkonzeptbeauftragte der Firma Pratsch Automaten GmbH und für die Personalabteilung zuständig. Sie ist Kontrollinstanz in den Spielhallen und Gaststätten und für das Präventionsmaterial und die Schulungen der Hilfskräfte verantwortlich. 

Kontakt: 

Tel.: 0761 – 45 62 61 15 

Fax.: 0761 – 45 62 61 015 

E-Mail: u.mokros@pratsch.biz 

HERR WILLI VÖTTER 

Dipl. Sozialarbeiter (FH), Sozialtherapeut (VT) 

ist Leiter der Psychosozialen Beratungsstelle (PSB) Freiburg unter der Schirmherrschaft der Evangelischen Stadtmission Freiburg. Die Psychosoziale Beratungsstelle ist eine zentrale An-laufstelle für alle Fragen bei Problemen mit Suchtmitteln. Betroffene und Angehörige erhalten eine umfassende und persönliche Beratung in Form von Einzel-, Paar- und Gruppengesprächen. 

Auch Interessierte oder Verantwortungsträger im sozialen, öffentlichen oder beruflichen Bereich finden dort einen erfahrenen und kompetenten Ansprechpartner, der hilft, Sucht und Drogen zum Thema zu machen, um vorbeugend tätig zu werden oder Hilfe bei einer negativen Entwicklung zu vermitteln. 

Kontakt: 

Tel.: 0761 – 28 58 30-0 

Fax.: 0761 – 28 58 30-5 

E-Mail: voetter@stadtmission-freiburg.de 

Homepage: www.stadtmission-freiburg.de Sozialkonzept | Seite 87 

HOTLINE: 0700 – SPIELSUCHT oder 0700 – 77 43 57 82 48 

HERR BERNHARD SCHMIDT 

war bis Anfang 2015 der General Manager der Firma Pratsch Automaten GmbH und ernannte spielerschutzbeauftragte Person der Firmengruppe. Sein Aufgabenbereich bestand unter ande-rem darin, als letzte Kontrollinstanz verantwortlich für die Umsetzung des Sozialkonzeptes in den Spielhallen und Gaststätten zu sein. Herr Schmidt verließ die Firmengruppe zu Anfang 2015 aus gesundheitlichen Gründen. Wir danken ihm an dieser Stelle nochmals für seine wertvolle und geschätzte Arbeit. 

HERR DR. MED. DANIEL REINHARDT 

ist Facharzt für Allgemeinmedizin und Betriebsarzt der Firmengruppe Pratsch. Herr Dr. med. Da-niel Reinhardt praktiziert als niedergelassener Arzt mit Praxis im schönen, idyllischen Örtchen Kirchhofen südlich von Freiburg. Er verfügt über langjährige praktische Erfahrung im Umgang, Diagnose und Therapie von Suchtpatienten. Er ergänzt die vorliegende Arbeit um sein Praxis-wissen und unterstützt unsere Firmengruppe der Umsetzung und Weiterentwicklung dieses So-zialkonzepts mit seiner medizinisch-fachliche Expertise. Durch seine Fachlichkeit können sucht-medizinische Indikationen erkannt werden und entsprechend fachlich weiterverarbeitet werden. 

Kontakt: 

Tel.: 07633 – 6767 

Fax.: 07633 – 981748 

E-Mail: info@praxis-dr-reinhardt.de 

Homepage: http://www.praxis-dr-reinhardt.de 

HERR RECHTSANWALT CHRISTOPHER-ERHARD ZIEM 

Rechtsanwalt seit 2004 mit Interessenschwerpunkt Automatenrecht (seit 2008) und spezialisiert auf das Landesglücksspielgesetz. Herr Ziem hat unser Sozialkonzept juristisch beraten und war insbesondere behilflich bei der Einarbeitung der jüngsten gesetzlichen Änderungen sowie der entsprechenden Überarbeitung von Formularen und Aushängen. 

Kontakt: 

Tel.: 07634 – 494259 

Fax.: 07633 – 939 13 61 

E-Mail: info@ra-ziem.de 

Homepage: www.ra-ziem.de (im Aufbau) 

FRAU KATE DOYLE 

In den USA geboren Englischlehrerin und Sozialarbeiterin. Seit Jahren in Deutschland aktiv im Bereich als Englischlehrerin und im Sozialwesen tätig. Frau Doyle ist neu im Team zum Aufbau einer externen Livechat-Plattform, welche für Interessierte und Betroffene auf Wunsch anonymi-Sozialkonzept | Seite 88 

HOTLINE: 0700 – SPIELSUCHT oder 0700 – 77 43 57 82 48 

siert den Austausch zum Thema Spielsucht und deren Problematiken kanalisieren soll. Außer-dem hilft Frau Doyle fachlich durch die Entwicklung und Auswertung von firmeninternen Quali-tätskontrollen. Frau Kate Doyle hat neu den Part der Präventions- und Sozialkonzeptbeauftragte übernommen und trägt dadurch ständig zur Verbesserung insbesondere der theoretischen Ab-läufe ab der Früherkennung von auffälligem oder pathologischem Spiel bei. 

Kontakt: 

Tel.: 07026 370421 

E-Mail: k.doyle@web.de